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MY FACTORY 9/2021

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MY FACTORY 9/2021

BETRIEBSREINIGUNG WAS

BETRIEBSREINIGUNG WAS AUTONOME SYSTEME HEUTE LEISTEN KÖNNEN REINIGEN WIE VON ALLEIN Das Interesse an autonom arbeitenden Systemen hat auch in der Reinigungsbranche stark zugenommen. Aufgrund des steigenden Fachkräftemangels und wiederkehrender Personalengpässe versprechen sich Reinigungsdienstleister und Facility Manager zuverlässige Lösungen, die gleichbleibend gute Ergebnisse liefern und dabei Kosten sparen. Aber kann der aktuelle Stand der autonomen Reinigungstechnik schon heute, zum Beispiel in der Boden-Nassreinigung, mit dieser Idealvorstellung mithalten? 34 MY FACTORY 2021/09 www.myfactory-magazin.de

BETRIEBSREINIGUNG Das Zukunftsthema Autonomie birgt unzählige Möglichkeiten. Vor allem auf größeren Flächen in der Industrie und Logistik, aber auch im Healthcare-, Transport- und Eventbereich kann der Einsatz autonomer Reinigungstechnik Kosten reduzieren und auch bei Personalmangel oder häufig wechselnden Mitarbeitern die volle Flexibilität erhalten. Zusätzlich kann die Fachkraft entlastet und für andere Aufgaben eingeteilt werden. Die Kernfunktion „Boden-Nassreinigung“ auf freien Flächen oder in breiten Gängen funktioniert heute schon nahezu perfekt. In wechselnden Umgebungen und Objekten kann die Maschine individuell durch das Reinigungspersonal angelernt werden, ohne dass tiefgreifende technische Kenntnisse erforderlich sind. SIND SOWOHL FREIE ALS AUCH KOMPLEXE FLÄCHEN ZU REINIGEN, EMPFEHLEN SICH LÖSUNGEN, DIE BIVALENT BETRIEBEN WERDEN KÖNNEN Um auch anspruchsvollere Einsatzbereiche sicher und mit wirtschaftlichem Mehrwehrt reinigen zu können, kann die zu reinigende Fläche in einzelne Bereiche aufgeteilt werden. Je nach Verschmutzungsgrad oder Kundenwunsch können die Segmente in unterschiedlicher Reihenfolge und Häufigkeit automatisch gereinigt werden. Das Einrichten von Sperrzonen, in die die Maschine nicht einfahren soll, rundet die Möglichkeiten ab und perfektioniert die eingesetzte Technik. Doch je komplexer die zu bearbeitende Fläche ist, desto feiner muss beispielsweise die Sensorik abgestimmt sein. Um auch anspruchsvollere Einsatzbereiche sicher und mit wirtschaftlichem Mehrwehrt reinigen zu können, besteht der konsequente nächste Entwicklungsschritt in einer Perfektionierung der eingesetzten Technik. HERAUSFORDERUNGEN FÜR DIE TECHNIK Um in komplexen, teils stark von Menschen frequentierten Bereichen sicher navigieren zu können, ist für die Umweltwahrnehmung der Einsatz einer aufwendigen Sensorik erforderlich – vorzugsweise optisch mit Laserscanner zur Lokalisierung von Personen, 3D-Kameratechnik für die volumetrische Überwachung des unmittelbaren Umfelds sowie ergänzenden Ultraschall- und Radarsystemen. Kartierungstechnologien ermöglichen die Erfassung und Speicherung von Routen während der Reinigungsfahrt. Die eingesetzte Sensorik mit zugehöriger Software muss gleichzeitig Anforderungen erfüllen, um zertifizierte Sicherheit zur Kollisions- und Absturzvermeidung sowie zum Personenanfahrschutz zu gewährleisten – vor allem in stark frequentierten Bereichen. In Letzteren spielt auch die rechtliche Absicherung eine wichtige Rolle und wird darüber entscheiden, wie autonom eine Maschine sich überhaupt bewegen darf. MENSCH ODER MASCHINE? Neben verbesserter Ressourcennutzung durch beispielsweise einen geringeren Chemieeinsatz und optimierter Wirtschaftlichkeit durch Kostenreduzierung erfüllt die Robotik in der Reinigungstechnik noch einen weiteren Zweck: die Entlastung der Reinigungskraft – und nicht den Ersatz. Denn auch autonome Systeme kommen nicht ohne den Bediener aus. Er bringt der Maschine beispielsweise die Routen bei und erledigt Wartungsarbeiten wie das Laden der Batterie, das Ablassen bzw. Nachfüllen von Schmutz- und Frischwasser und die Reinigung der Maschine. In Umgebungen, in denen sowohl freie als auch komplexe Flächen zu reinigen sind, empfehlen sich Lösungen, die bivalent betrieben werden können – das heißt sowohl autonom als auch manuell. AUTONOME LÖSUNGEN IM EINSATZ Ein Beispiel für eine solche bivalente Lösung ist der RoboScrub 20 der Hako-Marke Minuteman. Die autonome Reinigungsmaschine hat ihre Leistungsfähigkeit schon vielfach im Einsatz bewiesen. Vor allem auf dem amerikanischen Markt wurde der RoboScrub 20 schon hundertfach verkauft und ist vor allem bei der Reinigung großer Konsumermärkte wie Walmart zu finden. Bietet sich der autonome Betrieb aufgrund verstellter Gangreihen oder großen Kundenandrangs weniger an als der manuelle, kann die Maschine wie eine herkömmliche Ride-on-Scheuersaugmaschine genutzt werden. In beiden Modi zeichnet sie sich durch große Benutzerfreundlichkeit aus, was letztendlich auch die Fahrerakzeptanz steigert. Auch das Sicherheitskonzept ist durchdacht: Dass die Maschine im autonomen Modus arbeitet, wird Passanten durch Signalleuchten und einen Signalton angezeigt. Bei unerwarteten Ereignissen reagiert die integrierte Hinderniserkennung und die Maschine bleibt sofort stehen. Sollte es dennoch einmal zu einer kritischen Situation kommen, lässt sie sich schnell und einfach über einen Notfallknopf stoppen. Eine weitere Lösung aus dem Hause Hako ist der Scrubmaster B45i, der Prototyp einer autonomen Reinigungsmaschine. Bis zu seiner Marktreife wird er noch weitere Phasen durch- www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2021/09 35

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