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MY FACTORY 9/2021

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MY FACTORY 9/2021

SMART PRODUCTION

SMART PRODUCTION EFFIZIENZ DURCH OPTIMIERTES ALUSPÄNEHANDLING GEWINNBRINGEND BRIKETTIEREN Euler Feinmechanik produziert qualitativ hochwertige Aluminiumprodukte für vorwiegend aus der optischen Branche stammende Kunden. Eine Brikettieranlage von Ruf steigert die Wirtschaftlichkeit in der Zerspanung des Lohnfertigers. Das automatisch arbeitende System macht aus voluminösen und nassen Aluspänen kompakte und weitgehend trockene Briketts, die als wertvoller Sekundärrohstoff vermarktet werden. 01 Auch die Corona-Krise hat das Wachstum der vor den Toren der Optikstadt Wetzlar ansässigen Euler Feinmechanik GmbH nur leicht gebremst. 2020 konnte der Lohnfertiger seinen Umsatz trotz der Einschränkungen konstant halten und investierte sogar etwa 1,5 Mio. Euro in neue Technik. 2021 ist wieder ein Umsatzplus von fünf bis zehn Prozent auf 9 bis 9,5 Mio. Euro angepeilt. Und schon nach den ersten dreieinhalb Monaten des Jahres waren für weitere 1,5 Mio. Euro neue Maschinen für das Werk in Schöffengrund beschafft worden. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Die Geschäftsführer Hans und Leonard Euler, Sohn und Enkel des Firmengründers, setzen in ihrer Lohnfertigung konsequent auf Qualität und Zuverlässigkeit, Orientierung an den Kundenbedürfnissen – und auf Wirtschaftlichkeit. „Bei der Effizienzsteigerung durch Automatisierung und Digitalisierung darf man aber nicht nur auf die Kernprozesse Drehen und Fräsen blicken“, betont Leonard Euler. „Sehr wichtig ist auch die Peripherie, beispielsweise das Spänehandling mit unserer Brikettieranlage von Ruf“, unterstreicht der 36-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur. Die Rechnung ist ein- 16 MY FACTORY 2021/09 www.myfactory-magazin.de

SMART PRODUCTION 02 01 Handliche und trockene Briketts statt voluminöse nasse Späne: Mit der Ruf Presse vereinfacht Euler Feinmechanik das Handling der Produktionsreste stark 02 Der aus den Aluminiumresten ausgepresste Kühlschmierstoff wird durch ein Vlies gefiltert und kann danach in der Regel erneut verwendet werden 03 Einfacher Transport: An jedem Bearbeitungszentrum nehmen standardisierte und mit Rollen versehene 400-Liter-Behälter die Aluminiumspäne auf fach: Je weniger Zeit Maschinenbediener für das Spänehandling aufwenden müssen, umso länger können sich die Fachleute produktiven Tätigkeiten widmen und ihre rund 45 Dreh- und Fräszentren rund um die Uhr am Laufen halten. Mit ihnen verarbeitet das Unternehmen monatlich etwa 38 Tonnen Aluminium, dabei fallen rund 25 Tonnen Aluminiumspäne an. VOLUMEN MINIMIEREN UND KSS ZURÜCKGEWINNEN Der Umgang mit Spänen kostet viel Zeit und Ressourcen. Sie weisen ein extrem hohes Schüttvolumen auf, brauchen also viel Platz. Die Mengen zu Sammelcontainern zu bringen und händisch einzufüllen, erfordert viel Zeit. Wenn sie mit Kühlschmierstoffen behaftet sind, verschmutzen sie bei Transport und Lagerung oft die Produktionsflächen. Zudem lassen sich mit nassen Spänen nur reduzierte Erlöse erzielen, weil die Logistik aufwändig ist und die Späneaufbereitung vor dem Einschmelzen weitere Kosten verursacht, unter anderem für die Abtrennung der Kühlschmierstoffe, die dann entsorgt werden müssen. Euler geht einen anderen Weg, denn das Verpressen zu handlichen Briketts löst all diese Probleme. Je nach Art der Späne wird das Volumen auf ein Drittel bis ein Zehntel verringert. Die Kühlschmierstoffe werden während des Pressvorgangs fast vollständig ausgepresst. Lagerung und Transport der Briketts sind einfach und sauber, zudem weisen sie eine dauerhaft niedrige und definierte Restfeuchte auf, eine Diskussion beim Nässeabzug bei der Schrottvermarktung entfällt. So ist beim Verkauf im Regelfall ein mittlerer bis hoher zweistelliger Eurobetrag Mehrerlös pro Tonne Briketts erzielbar, in vielen Fällen sogar ein dreistelliger Betrag. – Dies immer im Vergleich zur Vermarktung als loser Span. Nicht zu vergessen, dass sich der ausgepresste Kühlschmierstoff in vielen Fällen wiederverwenden lässt. So ergeben sich Amortisationszeiten für die Pressen von 1,5 bis 3,5 Jahren. EFFIZIENZSTEIGERUNG HAT HÖCHSTE PRIORITÄT 03 Als Euler im Jahr 2019 eine Ruf-Presse vom Typ 11/4000/70 anschaffte, stand ganz klar die Effizienzsteigerung im Vordergrund. Ergänzt durch ein vorgeschaltetes Hebe-Kippgerät, Zerkleinerer und Späneförderer sowie nachgeschalteter Filteranlage für die Kühlschmierstoffe ist das System für einen mannlosen 24/7-Betrieb ausgelegt. Die auf Rollen montierten Spänesammelbehälter an jedem Fräs- und Drehzentrum schiebt ein Maschinenbediener, wenn sie voll sind, zur Späneaufbereitungsanlage. Dort wartet bereits ein leerer Behälter, den er aus der Hebevorrichtung nimmt, um dann den vollen Behälter hineinzuschieben. Er startet den Prozess per Knopfdruck und kann sofort mit dem leeren 400-Liter- Behälter zu seiner Arbeit zurückkehren, ohne sich weiter um den Brikettiervorgang kümmern zu müssen. Denn der Behälter wird automatisch in den Zerkleinerer entleert. Dieser zerteilt lange Fließspäne und Spänenester und scheidet über einen Grobteileaustrag eventuell vorhandene Störteile aus. Über ein Scharnierband gelangen die zerkleinerten Späne zum Trichter der Presse, der mit einem Füllstandssensor ausgestattet ist. Die Anlage startet automatisch, wenn der Trichter voll ist und stoppt, wenn alle Späne brikettiert sind. Die Ruf 11/4000/70 komprimiert die Späne mit ihrem 11 kW starken Motor und einem Pressdruck von bis zu 4000 kg/cm 2 und erzeugt so runde Briketts mit 70 mm Durchmesser und einer Länge von ebenfalls etwa 70 mm. Die Dichte der Briketts beträgt gut 2,3 kg/l und liegt damit nicht weit von der Rohdichte des massiven Aluminiums mit 2,7 kg/l entfernt. Gleichzeitig wird der an- www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2021/09 17

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