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MY FACTORY 7-8/2021

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MY FACTORY 7-8/2021

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MY STORY KONTINUIERLICHER FORTSCHRITT STATT STILLSTAND 20 MY FACTORY 2021/07-08 www.myfactory-magazin.de

MY STORY In diesem Jahr wurde ifm als „Fabrik des Jahres“ in der Kategorie Standortsicherung durch Digitalisierung für 2020 ausgezeichnet. Als Spezialist für Sensortechnik mit rund 50 Jahren Erfahrung in der industriellen Fertigung hat die Unternehmensgruppe es geschafft, digitale, smarte und effiziente Lösungen auf dem Weg zur Smart Factory erfolgreich zu implementieren. Doch was ist wirklich ausschlaggebend, um als digitaler Wegweiser ganz vorne mit dabei zu sein? Wir sprachen mit Bernd Hausler, Hauptabteilungsleiter Produktion Positionssensorik der ifm-Gruppe. Herr Hausler, die „Fabrik des Jahres“ zählt zu den renommiertesten Industrie- Wettbewerben in Europa. Dieser Preis ist eine Bestätigung, dass Sie und Ihr Team auf dem richtigen Weg sind. Aber fangen wir vorne an. Was bewegte Sie, die digitale Transformation in Angriff zu nehmen? Wie lief der Prozess der Digitalisierung ab? Gab es verschiedene Stationen? Was waren die größten Hürden, die Sie überwinden mussten? Das Ziel, technische Abläufe zu fördern und zu optimieren, ist bereits in unserem Geschäftsauftrag verankert. Auch intern streben wir schon immer eine kontinuierliche Verbesserung an: Denn Lean ist das Fundament der digitalen Fabrik. Erst wenn ein Unternehmen gezielt strukturiert arbeitet, seine Abläufe kennt und beherrscht, kann die Digitalisierung der nächste Schritt sein. Dabei orientieren wir uns stets an dem Leitsatz unserer Unternehmensphilosophie „in Sicherheit erfolgreich groß werden“. Ein Schlüsselmoment war für uns sicherlich die Idee des digitalen Fertigungsauftrags 2018. Darin lag großes Potenzial für Ersparnisse. Zwar sah das Digitalisieren des Auftragspapiers am Anfang recht einfach aus, doch stellte sich schnell heraus, dass der Teufel im Detail steckt: Um unsere Fabrik zu digitalisieren, mussten wir uns neu aufstellen – denn Digitalisierung benötigt nicht nur Struktur, sondern bedeutet die Einbindung der kompletten Organisation. Die Umsetzung der digitalen Fabrik bedarf einer klaren Top-Down-Strategie. Denn sie erfordert die Unterstützung verschiedenster Akteure und Abteilungen – von der IT bis hin zum Betriebsrat. Alle müssen an einem Strang ziehen. Dafür hat die Geschäftsleitung ein klares Bild von der zukünftigen Organisation entworfen, aus dem wiederum Teilprojekte entwickelt, bewertet und anschließend priorisiert wurden. Aus unserer Erfahrung kann ich sagen, dass sich während der Digitalisierung unserer Fabrik klare Schwerpunkte entwickelt haben, mit denen wir am Anfang nicht unbedingt gerechnet hatten. Entscheidend für den Erfolg war es, ein Leuchtturmprojekt zu schaffen, das Begeisterung in der Belegschaft weckt. Alle Beteiligten müssen vollkommen von den neuen Lösungen überzeugt sein. Mit dem ersten Leuchtturmprojekt stellten wir dann schnell fest, dass eine entsprechende Middleware für unser weiteres Vorgehen und das Datenmanagement erforderlich ist. Somit war die Idee unserer ifm automation cloud (iAC) geboren. Mit ihr als Fundament haben wir das Spielfeld für unsere weiteren Projekte bereitgestellt und können diese nun gemäß unserer Kapazität angehen. Als eine der größten Hürden würde ich das sich verändernde Rollenverständnis einzelner Bereiche beschreiben. So war es zum Beispiel erforderlich, dass sich die IT plötzlich gezielt um unsere operativen Belange kümmert. Mittlerweile hat sich sogar ein eigenes Team aufgestellt, das konsequent die Ideen der IT mit denen der Produktion und Logistik verbindet, um Lösungen für die operativen Themen zu entwickeln. Diese Veränderungen erfordern die Bereitschaft aller Beteiligten sowie auch die Unterstützung des Vorstands. www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2021/07-08 21

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