EDITORIAL EVOLUTION DER METALLBEARBEITUNG Vor mehr als 35 Jahren absolvierte ich meine Ausbildung zum Industrieelektroniker. In der Lehrwerkstatt gehörten Fräsen und Drehen an konventionellen Maschinen zum Alltag. Vieles war Handarbeit, manches nicht ganz risikofrei. Eines Tages präsentierte unser Ausbildungsmeister voller Stolz eine neue CNC-Fräsmaschine. Das war mein erster Kontakt mit der Digitalisierung in der Metallbearbeitung und ich war sofort fasziniert. Diese Faszination hält bis heute an. Denn die Digitalisierung erreicht in der Metallbearbeitung immer wieder neue Entwicklungsstufen. Ein Beispiel liefert der Beitrag ab Seite 8. Dort zeigt sich, wie eine zentrale Datenplattform den Informationsfluss vom ERP-System bis in den Shopfloor sicherstellt und einen Maschinenpark mit 18 Dreh- und Fräszentren integriert, verwaltet und steuert. Doch die digitale Transformation endet längst nicht mehr an den Hallenwänden. Viele Prozesse haben sich von der physischen Fertigungsebene in den virtuellen Raum verlagert. Der Beitrag ab Seite 14 verdeutlicht dies am Beispiel eines Online- Engineering-Portals für das Wälzschälen. Komplexes Werkzeug- und Prozess-Knowhow wird dort digital aufbereitet und weltweit verfügbar gemacht. Expertise ist damit jederzeit und ortsunabhängig abrufbar. Und die Entwicklung geht weiter. Künstliche Intelligenz in der Zerspanung, Predictive Maintenance und sogar Anwendungen der Quantentechnologie rücken zunehmend in den Fokus. Die nächste Evolutionsstufe der digitalen Metallbearbeitung zeichnet sich bereits ab. Welche Impulse von diesen Technologien ausgehen, zeigt die AMB im September. Einen ersten Vorgeschmack erhalten Sie in unserer Vorschau ab Seite 12. Eine inspirierende Lektüre wünscht Ihnen Manfred Weber Redakteur MY FACTORY. www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2026/06 3
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