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My Factory 6/2022

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My Factory 6/2022

DRUCKLUFTTECHNIK

DRUCKLUFTTECHNIK DRUCKLUFTAUFBEREITUNG ALS PROBLEMLÖSER IM PAINT-SHOP ALLES IM LACK Bei einem Automobilhersteller mussten wiederholt Fahrzeuge ein zweites Mal lackiert werden. Als Ursache für die Probleme im Paint-Shop wurde Öldampf in der Druckluft identifiziert. Dank der Installation spezieller Aufbereitungstechnik spart der Pkw-Produzent jetzt die aufwendigen Neulackierungen und konnte zudem die Fertigungsgeschwindigkeit steigern. Die Fließbandfertigung des Automobilherstellers verlangt eine effiziente Lackierung, denn auf diesen Posten entfällt ein wesentlicher Teil der energetischen Produktionskosten. Der Paint-Shop besteht aus drei Kammern für Grundierung, Grob- und Feinlackierung. In den Einheiten wird nicht nur für das Auftragen des Lacks permanent Druckluft verbraucht, sondern auch, um die Farbe in Bewegung zu halten und ein Eintrocknen zu verhindern. Das Unternehmen erzeugt diese Druckluft mit ölfreien Kompressoren sowie nachgeschalteten Trommeltrocknern und Filtern. Im Paint-Shop selbst sorgen Druckluft-Booster für den erforderlichen Betriebsdruck. Die Ölfreiheit der Druckluft sollte in der Vergangenheit eine zusätzliche Aufbereitung mit Filtern und Aktivkohle-Adsorbern sicherstellen. LACKIERUNG VERZÖGERTE DIE PRODUKTION Zum Verdruss der Verantwortlichen verursachte die Lackierung wiederkehrende Verzögerungen im Produktionsprozess. Einzelne Fahrzeuge mit Lackmängeln wie Kratern und Einschlüssen mussten im Anschluss an einen Fertigungszyklus ausgesondert und neu lackiert werden. In solchen Fällen musste überdies die komplette Druckluftanlage des Paint- Shops freigeblasen werden. All das führte zu hohen Mehrkosten für Material, Energie und Arbeitsaufwand. Verschärft wurde die Situation noch, als der Hersteller eine Produktionssteigerung im zweistelligen Prozentbereich plante, um die hohe Nachfrage erfüllen zu können. Spätestens zu dem Zeit- 34 MY FACTORY 2022/06 www.myfactory-magazin.de

DRUCKLUFTTECHNIK 01 02 01 Seit der Installation der Bekokat-Systeme hatte der Automobilhersteller keine Öleinträge mehr in der Druckluft und die Lackqualität ist konstant hervorragend 02 Zusätzlich zu den Katalyse-Systemen installierte der Automobilhersteller noch weitere Drucklufttechnik von Beko Technologies wie diese Clearpoint-Filter punkt drohte der Paint-Shop zum sprichwörtlichen „Flaschenhals“ der gesamten Produktion zu werden. URSACHENSUCHE: MESSTECHNIK VERSCHAFFTE GEWISSHEIT Der Automobilhersteller betrieb eine intensive Suche nach der Ursache der sporadisch auftretenden Lackprobleme. Zunächst dachte man an Fehler im Prozess beispielsweise bei der Wahl des Drucktaupunkts oder an Qualitätsmängel der Farbe. Die Druckluftqualität und eine mögliche Verunreinigung durch Öl rückten erst später in den Fokus. Bei der Suche nach einem Anbieter, der den Ölgehalt der Druckluft messen konnte, stieß der Automobilhersteller auf Beko Technologies. Das auf Druckluft und Druckgastechnik spezialisierte Unternehmen riet zu Messungen an verschiedenen Punkten der Prozesskette und stellte die dazu erforderlichen Anlagen leihweise zur Verfügung. Mit dem Messgerät Metpoint OCV wurde gelegentlich auftretender Restöldampf im System zweifelsfrei nachgewiesen und dies auch stromabwärts der ölfreien Kompressoren. Selbst Kompressoren ohne Ölschmierung liefern nämlich nur dann einen ölfreien Luftstrom, wenn die Ansaugluft aus der Umgebung kohlenwasserstofffrei ist. Und das ist nur selten der Fall. Untersuchungen haben ergeben, dass sogar in ländlichen Regionen mit wenig Verkehr und Industrie der Anteil der Kohlenwasserstoffe in der Luft den Grenzwert von 0,01 mg/m3 nach ISO 8573-1 Klasse 1 teils deutlich überschreitet. Auch im betroffenen Werk entspricht die Ansaugluft oftmals nur den Druckluftklassen 2 und 3 – zu wenig für die verlangte hohe Fertigungsqualität. Als Grund für die Verschmutzungen wurde eine vielbefahrene Straße in der Nähe der Fabrik ausgemacht. Ein weiterer Meilenstein bei der Fehleranalyse war der Nachweis über das zeitliche Zusammentreffen von unsauberen Druckluftperioden und Lackierproblemen. KATALYSETECHNIK FÜR KONSTANT ÖLFREIE DRUCKLUFT Nach der eindeutigen Diagnose wünschte der Automobilhersteller ein System zur Druckluftaufbereitung und Beko Technologies konnte auch in diesem Fall helfen. Der katalytische Konverter Bekokat wurde dem Unternehmen zu Testzwecken überlassen. Die Maschine ist in bestehenden Druckluftstationen einfach nachrüstbar und verwandelt in einem einzigen Verfahrensschritt Kohlenwasserstoffe vollständig in Kohlendioxid und Wasser. www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2022/06 35

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