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My Factory 6/2022

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My Factory 6/2022

VOR ORT DRUCKLUFTTECHNIK

VOR ORT DRUCKLUFTTECHNIK ÜBERGEORDNETE STEUERUNG OPTIMIERT DRUCKLUFTVERSORGUNG „ENTSPANNUNG PUR“ Sieben Kompressoren in vier Druckluftstationen, die über das Betriebsgelände verteilt sind, hohe Leerlaufanteile, dazu immer wieder Ausfälle und insgesamt wenig Energieeffizienz – das war die Situation bei einem Automobilzulieferer. Die Installation einer übergeordneten Steuerung brachte die Lösung der Probleme. Die Druckluftversorgung läuft damit höchst effizient, sodass sich die Investition in kurzer Zeit bezahlt gemacht hat und bei den Verantwortlichen für Entspannung sorgt. Als Teil des international agierenden voestalpine-Konzerns produziert die voestalpine Automotive Components Birkenfeld GmbH & Co. KG einbaufertige Stanzund Umformteile in Stahl und Aluminium mit Weiterverarbeitung in allen Schweißtechniken, Oberflächenbeschichtungen und Montagetechniken. „Wir produzieren Blechteile für die Automobilindustrie – und das am liebsten in großen Stückzahlen“, bringt es Instandhaltungsleiter Rudolf Drehmer auf den Punkt. Stanzen, Pressen, Schweißen, Nieten, Clinchen etc. – die eingesetzten Fertigungsverfahren sind vielfältig und energieintensiv. In diversen Arbeitsschritten ist Druckluft gefragt. So benötigen beispielsweise Spanner und Greifer in den Pressund Schweißprozessen das teure Betriebsmittel, aber auch Druckluftwerkzeuge, die zum Entgraten genutzt werden, sind Druckluftverbraucher. INEFFEKTIVE DEZENTRALE DRUCKLUFTVERSORGUNG Die Erzeugung der Druckluft erfolgt dezentral in vier über das Betriebsgelände verteilten Containerstationen mit insgesamt sieben Kompressoren von zwei verschiedenen Anbietern. Die ältesten Geräte sind bereits seit 20 Jahren in Betrieb, der jüngste Kompressor wurde 2018 angeschafft. Vier Aggregate arbeiten mit Drehzahlregelung. Es gab hohe Leerlaufanteile zwischen 30 und 40 Prozent, dazu immer wieder Ausfälle und insgesamt wenig Energieeffizienz. Mit dieser Situation waren Rudolf Drehmer und sein Kollege Dominik Recktenwald, zu deren Aufgaben neben der Instandhaltung auch das Energiemanagement und die Sicherstellung der Druckluftversorgung im Betrieb gehören, unzufrieden. 30 MY FACTORY 2022/06 www.myfactory-magazin.de

DRUCKLUFTTECHNIK Drehmer erinnert sich: „Im Rahmen des Energiemanagements haben wir überlegt, wie wir die Druckluftversorgung optimieren können. Uns war klar, dass die dezentrale Anordnung Nachteile hat. Deshalb haben wir an dieser Stelle angesetzt und als ersten Schritt mit Hilfe von Rohrleitungen die Druckluftstationen miteinander verbunden.“ Doch diese Maßnahme brachte noch nicht den Durchbruch. Drehmer und Recktenwald überlegten weiter und hatten schließlich die Idee, eine übergeordnete zentrale Kompressorensteuerung zu implementieren. SMARTES KOMPRESSORENMANAGEMENT SCHAFFT ABHILFE Nachdem zwei Anbieter u.a. an der dezentralen Anlagenstruktur, den unterschiedlichen Fabrikaten der Kompressoren und der Einbindung der vielen frequenzgeregelten Aggregate gescheitert waren, kam schließlich WF Steuerungstechnik mit seinem Produkt Airleader Master II ins Spiel. „Und dann ging alles sehr schnell“, erinnert sich Dominik Recktenwald, „es dauerte nur fünf Monate vom Angebot bis zur Umsetzung.“ Eingeführt wurde das Kompressorenmanagementsystem im November 2019. WF-Steuerungstechnik-Experte Norman Kloss berichtet: „Unser Airleader-System zeichnet sich dadurch aus, dass es herstellerübergreifend arbeitet. Da es keine Kabeltrassen gab, war es zudem von Vorteil, dass sich unser Airleader-System mittels TCP/IP-Umsetzern einfach in das Firmen-Netzwerk integrieren ließ und es so erlaubt, die dezentralen Kompressorstationen zu verbinden.“ Damit waren schon einmal die ersten Hürden genommen. Die nächste Herausforderung bestand in der intelligenten Integration der vier frequenzgeregelten Kompressoren. „Hier konnten wir zum ersten Mal unser Airleader-System mit der neuen Funktion „FU-Control“ zum Einsatz bringen. Damit ist es möglich, drehzahlgeregelte Maschinen unterschiedlicher Fabrikate aktiv einzubinden“, so Norman Kloss. FU-Control erkennt, wenn drehzahlgeregelte Kompressoren im unwirtschaftlichen Bereich BEACHTLICHE EINSPARUNGEN Vor Airleader hatten wir rund 21 000 Euro Wartungskosten im Jahr, nach der Einführung sind es nur noch 5 000 Euro. Das ist beachtlich! Dominik Recktenwald, voestalpine Automotive Components Birkenfeld www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2022/06 31

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