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My Factory 6/2022

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My Factory 6/2022

INTRALOGISTIK

INTRALOGISTIK ZUKUNFTSWEISENDES CHEMIKALIENLAGER HOCHFLEXIBEL DANK MODULARITÄT Chemiebetriebe sehen sich mit komplexen gesetzlichen Auflagen konfrontiert, wenn es um die Lagerung großer Mengen unterschiedlicher Gefahrstoffe geht. Je nach Gefährlichkeitsmerkmal und Lagermenge sind entsprechend aufwendige Schutzmaßnahmen vorzusehen. Der Genehmigungsprozess ist anspruchsvoll und langwierig. Wie ein Unternehmen es dennoch schaffte, zügig ein Gefahrstofflager-Großprojekt zu realisieren, das auch noch Modellcharakter hat, erfahren Sie nachfolgend. D ie CHT Gruppe entwickelt und produziert seit knapp 70 Jahren innovative Chemikalien für Produkte und Prozesse, die in unterschiedlichste Industriebereiche geliefert werden. Das Stammwerk der CHT Gruppe in Dußlingen nahe Tübingen produziert jährlich 50 000 Tonnen Spezialchemikalien für Kunden auf der ganzen Welt. Auf dem Gelände lagern mehrere Tausend Tonnen Gefahrstoffe. Das Werk unterliegt daher den erweiterten Pflichten der Störfallverordnung und der besonderen Überwachung durch die Behörden. Die Produkte der CHT Gruppe werden immer komplexer und kundenspezifischer, weshalb der flexiblen und sicheren Lagerung verschiedenster Gefahrstoffe eine große Bedeutung zukommt. 18 MY FACTORY 2022/06 www.myfactory-magazin.de

INTRALOGISTIK Gleichzeitig wird die Umsetzung der Lagervorschriften für solche Stoffe immer aufwendiger. Erschwerend kommt die zunehmende Versorgungsunsicherheit auf dem Rohstoffmarkt hinzu. Die Logistik der CHT Gruppe muss also leistungsstark und flexibel gestaltet werden, und dazu war der Bau einer weiteren Lagereinrichtung für Gefahrstoffe am Standort dringend erforderlich. EIN BAUVORHABEN ENTGEGEN DER SONST ÜBLICHEN VORGEHENSWEISE „Lasst uns einfach den ersten Schritt gehen!“ – So lautet das Credo von Günther Schätzle, Manager Plant Engineering Production & Logistics bei der CHT Germany GmbH in Tübingen, der deutschen Gesellschaft der Unternehmensgruppe. In seiner knapp 20-jährigen Beschäftigung bei CHT hat sich für ihn ein Erfolgskonzept verfestigt: sequenzielles Vorgehen bei Neueinführungen und flexible Anpassungen auf Basis modularer Konzepte in allen Bereichen. Sprich: schrittweises Ausprobieren, was funktioniert und den maximalen Spielraum nutzen, um Herausforderungen effizient zu begegnen. Für das Großprojekt des neuen Gefahrstofflagers hat sich diese Herangehensweise nun erneut bewährt. MODULARES KONZEPT Um alle Anforderungen erfüllen zu können, setzte Schätzle auf ein modulares Konzept. Er entschied sich damit nicht für die sonst übliche Vorgehensweise in der Branche – den Bau einer weiteren großen Lagerhalle mit offenen Regalen. „Zu unflexibel, zu hohe behördliche Hürden und Baukosten, zu lange Projektlaufzeit“, so sein Fazit. Eine große Lagerhalle müsste gemäß der Zusammenlagerungsvorschriften in brandschutztechnisch getrennte Bereiche eingeteilt werden. Da die zu lagernden Stoffe und Mengen im laufenden Betrieb jedoch stark variieren können, stellt die einmalig festzulegende Einteilung eine gravierende Ein- www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2022/06 19

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