Aufrufe
vor 5 Monaten

MY FACTORY 5-6/2021

  • Text
  • Schnell
  • Anlagen
  • Mobile
  • Maschinen
  • Rosenberger
  • Produktion
  • Anforderungen
  • Einsatz
  • Factory
  • Unternehmen
MY FACTORY 5-6/2021

KOMPAKTER RADARSENSOR

KOMPAKTER RADARSENSOR TROTZT SCHAUM UND SCHLAMM UMWELTTECHNIK In den Vereinigten Arabischen Emiraten überwacht eine neue Messgeräte-Serie nicht nur die Milchbestände, sondern sorgt auch für die zuverlässige Messung der Abwässer in der angeschlossenen Kläranlage. Geduldig verrichten sie ihre Aufgabe und werden liebevoll umsorgt. Die tierischen Arbeiter – rund 13 500 Kühe – in der Molkerei Al Rawabi Dairy murren nur selten, sondern liefern jeden Tag den begehrten Rohstoff für die große Produktpalette des Molkerei- und Saftunternehmens. Das Unternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) bietet nicht nur Milch und Joghurt, das Sauermilchprodukt Laban, sondern auch funktionelle Milchprodukte an. Die größte Herausforderung: die heißen Außentemperaturen. Daher muss jeder Prozessschritt peinlichst genau überwacht werden. Angefangen hatte alles vor 30 Jahren mit 500 importierten Kühen aus Deutschland. Heute werden aus dem weißen Rohstoff 275 000 l an Milchprodukten pro Tag hergestellt. Dazu kommen noch einmal 15 000 l pasteurisierte Säfte pro Tag. Außerdem hat sich das Unter- nehmen einen Namen in der Herstellung von multifunktionellen Milchprodukten gemacht. Diese sind mit Multivitaminen und Mineralien angereichert. ABWASSER IM FOKUS Nur mit zuverlässigen Messgeräten kann das Unternehmen alle globalen Anforderungen in Bezug auf Qualität und Hygiene erfüllen. Seit einigen Jahren arbeitet Al Rawabi Dairy bei dieser Aufgabe mit dem Schiltacher Experten für Druck- und Füllstandmesstechnik Vega zusammen. Die Aufbereitung von Prozessabwässern ist eigentlich keine Aufgabe, die man auf den ersten Blick mit einer Molkerei verbinden würde. Dabei ist dies mit gehörigem Aufwand verbunden. In der Abwasserbehandlung von Al Rawabi Dairy werden nicht nur die üblichen Prozessabwässer, die etwa bei der Reinigung von Behältern entstehen, aufbereitet, sondern auch eine schlammige Masse aus dem Mist der Tierställe. Die besondere Problematik: Dadurch entsteht im Abwasser jede Menge Schaum, der sowohl einen Ultraschallsensor als auch einen hydrostatischen Füllstandsensor eines Autorin: Claudia Homburg, Marketing, Vega Grieshaber KG, Schiltach S10 SUPPLEMENT 1/2021

01 02 anderen Herstellers an die Grenzen brachte. Die Folge waren unzuverlässige Messungen bei der täglichen Erfassung des Füllstands. RADAR SCHLÄGT ULTRASCHALL Im Werk in Schiltach entwickelt Vega seit 30 Jahren Sensoren zur Radar-Füllstandmessung. Mit der Einführung der Vegapuls-Sensoren mit 80-GHz-Arbeitsfrequenz vor wenigen Jahren begann eine neue Ära. Durch die genauere Fokussierung des Sendesignals lassen sich die empfangenen Mess- und Störsignale besser trennen – das macht den Messprozess wesentlich sicherer und einfacher. Viele Aufgaben, die früher als unmöglich galten, wurden dank dieser Technik alltäglich. Inzwischen sind Radarsensoren von Vega weltweit in mehr als 750 000 Anwendungen im Einsatz. Darüber hinaus sind die Kosten für ein Radargerät über die Jahre drastisch gesunken und Standardausführungen sind heute zum gleichen Preis wie ein Ultraschallsensor erhältlich. Die 80-GHz-Radar-Serie bietet im Vergleich zu Ultraschallsensoren eine Reihe an zusätzlichen Vorteilen. Einer der wichtigsten ist zweifellos die Unabhängigkeit von äußeren Bedingungen – der Radarsensor ist von Temperaturschwankungen, Vakuum oder hohen Drücken ebenso unbeeinflusst wie von Schmutz. Dadurch sind die Füllstandsensoren nahezu verschleiß- und wartungsfrei und bleiben über viele Jahre im Einsatz. Herzstück ist dabei ein von Vega neu entwickelter Radar-Mikrochip, der speziell für die Anforderungen in der Füllstandmessung optimiert wurde. Dank der kleinen Bauform sind nicht nur sehr kompakte Sensoren möglich, sondern diese sind zudem so preisgünstig, dass sie in nahezu allen Anwendungen die bisherigen Ultraschallsensoren ersetzen. Gerade diese Eigenschaften prädestinierten sie für die Anwendung in der Abwasserbehandlungsanlage der Molkerei Al Rawabi Dairy. Dort geriet die bisher eingesetzte Füllstandmessung, die als Überfüllsicherung eingesetzt wurde, schnell an ihre Grenzen. Vor allem der Schaum, aber auch Hitze durch Sonneneinstrahlung (immerhin befindet sich die Anlage mitten in der Wüste), Kondensat und Turbulenzen durch die riesigen Rührwerke am Tankboden bereiteten den Messgeräten Schwierigkeiten. So lieferte nicht nur die Ultraschallmessung unzuverlässige Werte, sondern auch die daraufhin eingesetzten hydrostatischen Sensoren mussten immer wieder wegen des schweren Schlamms am Boden gereinigt werden. EINSATZ DER KOMPAKTSERIE 01 Alle Schaltzustände sind dank der Rundum-Statusanzeige aus jeder Richtung sichtbar 02 Der kompakte Vegapuls verfügt über einen festen Kabelanschluss, sodass er vor Überflutungen geschützt ist Die Lösung lag im Vegapuls C 21. Dabei handelt es sich um ein neues kompaktes IP68-Radar-Füllstandmessgerät, das auf der 80-GHz- Technologie basiert. Das Messgerät verfügt über einen festen Kabelanschluss, sodass es vor Überflutungen geschützt ist. Zum Hintergrund: Ultraschallsensoren werden oft durch mechanische Überflutungshülsen geschützt. Solche Komponenten können jedoch leicht verschmutzen und die Zuverlässigkeit der Messung beeinträchtigen. Zudem ändert sich die Schalllaufzeit mit der Temperatur, etwa durch Sonneneinstrahlung. Auch hier sind ungenaue Füllstandwerte die Folge. Die Installation und Inbetriebnahme war dank Bluetooth-Technologie denkbar einfach. Diese hilft dem Wartungsteam der Anlage, die Sensoren drahtlos – also auf beliebigen Smartphones oder Tablets – in Betrieb zu nehmen und zu diagnostizieren. So ist eine Bedienung aus Entfernungen von bis zu 25 m möglich. Aber auch die Messergebnisse verblüfften – die Anlagenbetreiber konnten sofort den Unterschied erkennen. Vom Start weg waren stabile Messwerte verfügbar. Durch die optimierte Signalverarbeitung können Radarsensoren Störungen ausblenden, die durch Anhaftungen am Antennensystem oder den Schaum entstehen. Al Rawabi Dairy arbeitet auch in anderen Anlagenbereichen mit Vega zusammen. So kommen weitere Sensoren der neuen kompakten Messgeräte-Serie im Produktionsteil, also der Molkerei selbst, zum Einsatz, wobei dort extreme hygienische Anforderungen gestellt werden. Hier wurden zunächst die neuen Drucksensoren Vegabar und Vegapoint zur Probe installiert. Schnell war man von der leichten Handhabung und den guten Messergebnissen überzeugt. Die im vergangenen Jahr auf den Markt gebrachte Kompaktserie zielt auf Standardanwendungen in der Automatisierung ab und ist auf die speziellen Anforderungen der Lebensmittelbranche ausgelegt. In Al Khawaneej übernimmt nun auf einem der drei Tanks, die mit einer Höhe von bis zu 5 m rund 30 000 l Milch fassen, der Drucksensor Vegabar 38 die Füllstandmessung. Alle Schaltzustände sind dank der Rundum-Statusanzeige auf dem Vegabar 38 und den Vegapoint aus jeder Richtung sichtbar. Der Bediener erkennt damit auf einen Blick, ob der Tank leer oder voll ist, aber auch, ob eine Störung im Prozess vorliegt. Während in der Abwasseranlage Robustheit und Zuverlässigkeit bezüglich der Füllstandsensoren gefragt sind, müssen in der Molkerei alle Hygienevorschriften strengstens beachtet werden. Trotz dieser vollkommen unterschiedlichen Anforderungen bietet die neue kompakte Messgeräte-Serie mit den Sensoren Vegabar und Vegapuls in beiden Anwendungen eine zuverlässige und unkomplizierte Lösung. Fotos: Vega www.vega.com SUPPLEMENT 1/2021 S11

© 2021 by Vereinigte Fachverlage GmbH. Alle Rechte vorbehalten.