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MY FACTORY 5-6/2021

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MY FACTORY 5-6/2021

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MY STORY FAST TÄGLICH ERGEBEN SICH NEUE CHANCEN 12 MY FACTORY 2021/07-08 2021/05-06 www.myfactory-magazin.de

MY STORY Das Familienunternehmen Kärcher spielt nicht nur mit seiner Reinigungstechnik in der ersten Liga, sondern ist auch beim Thema Digitalisierung vorne mit dabei: Bereits 2014 wurde in Winnenden die erste Industrie-4.0-Produktionslinie für Scheuersaugmaschinen in Betrieb genommen. 2020 wurde das Werk Bühlertal beim renommierten Wettbewerb „Fabrik des Jahres“ ausgezeichnet. Wir sprachen mit Wolfgang Thomar, Executive Vice President Factories Germany and Factory Engineering, über den Transformationsprozess bei Kärcher. Herr Thomar, seit wann beschäftigt sich Kärcher mit dem Thema Industrie 4.0/ Digitalisierung und wie kam es dazu? Welche Rolle spielt dabei das Leuchtturmprojekt „Floor Care Zukunft“? Was waren die Beweggründe für die Installation der ersten digitalisierten Montagestraße? Haben Sie davon ausgehend die Digitalisierung über alle Standorte und Geschäftsbereiche ausgerollt? Wie lief bzw. läuft der Prozess der Digitalisierung in der Fertigung ab? Was waren die größten Hürden, die Sie überwinden mussten? Als im Jahr 2012 die ersten Publikationen rund um das Thema Industrie 4.0 erschienen, waren wir sofort interessiert. Unsere bereits damals langjährige Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft führte dazu, dass ich 2013 bei einem Kick-off des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zum Thema unsere Sicht und die Chancen, die wir bei diesem Thema sehen, ausführen konnte und wir das erste Mitglied des Innovationsnetzwerks wurden. Mit dem IAO haben wir dann das Projekt FC-Zukunft gestaltet. Wir haben in Diskussionsrunden gelernt, was Industrie 4.0 sein kann und mit welchen Elementen wir in eine Fertigungslinie von Bodenreinigungsautomaten gehen könnten. Hier ist uns 2014 ein bundesweit beachtetes Pilotprojekt gelungen, das bis heute in unserem Werk Geräte produziert. Nicht direkt. Die Schwierigkeit bei Pilotprojekten ist oftmals, diese für ein Roll-out zu nutzen. Wir haben zunächst unser Netzwerk zu weiteren Forschungseinheiten und zu anderen produzierenden Firmen erweitert. Unser erster Pilot war aus Ingenieursicht sehr gut, der Betriebswirtschaftler hatte jedoch in der Nachbetrachtung so seine Zweifel an der Wirtschaftlichkeit. Daher haben wir dann die einzelnen Initiativen, die sich mit Automatisierung und Digitalisierung in der Produktion beschäftigen, zu einem Programm, das aus vielen Einzelprojekten bestand, zusammengeführt. Dieses haben wir anschließend nach wirtschaftlichen Kriterien bewertet und durch eine Programmleitung zielgerichtet verwirklicht. Zunächst benötigt man eine ausreichend gute Infrastruktur aus Netzwerk und WLAN. Dann gilt es, bestehende Prozesse aufzunehmen, zu hinterfragen, meist neu zu gestalten, um sie dann zukunftsorientiert zu digitalisieren. Themen wie Produktionsplanung, Shopfloor-Management, Mitarbeiter- Informationen, aber auch End-to-end-Planung benötigen Kapazität und auch vergleichsweise viel Zeit. Bei anderen Themen wie fahrerlose Transportmittel oder Automatisierung ist es eher wichtig, schnell umzusetzen und nicht zu lange zu planen. Wie in vielen Unternehmen ist die IT-Kapazität auch bei uns nicht immer ausreichend vorhanden. Die Digitalisierung bietet ja neben Industrie 4.0 noch unglaublich viele andere Potenziale und Chancen für ein Unternehmen, so dass wir hier hin und wieder intern um unsere Kapazitäten ringen. www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2021/05-06 2021/07-08 13

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