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MY FACTORY 5-6/2021

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MY FACTORY 5-6/2021

PRODUCTION EXCELLENCE 01

PRODUCTION EXCELLENCE 01 02 01+02 Rosenberger deckt die gesamte Bandbreite von der Individual- bis zur Massenfertigung ab. Um effizient und zukunftsgerichtet zu agieren, sind vollautomatische Produktionsdurchläufe mit perfekt vernetzten Prozessen unabdingbar VOM SCHLOSSEREIBETRIEB ZUM GLOBAL PLAYER 1958 als Schlossereibetrieb in Tittmoning gegründet, hat sich das Unternehmen mittlerweile zu einem Global Player entwickelt. Erste große Etappe auf diesem Weg war 1967 die Übernahme einer Firma im benachbarten Fridolfing. Hier stand damals noch ein Großauftrag aus, der den Einstieg in das Geschäft mit der Hochfrequenztechnik brachte. Es folgten weitere Meilensteine, mit jedem ging das Wachstum weiter. „Im Durchschnitt sind wir über die vergangenen 30 Jahre hinweg jedes Jahr um gut 16 Prozent gewachsen“, sagt Peter Rosenberger, Geschäftsführer und Sohn des Unternehmensgründers. Das Wachstum ist noch bemerkenswerter, wenn man sich den enormen Kostendruck auf Hersteller wie Rosenberger anschaut. „Speziell in unserem Kerngeschäft mit Automotive-Kunden nimmt der Druck durch den Wandel zur e-Mobilität derzeit enorm zu. Unzählige neue Player drängen in den Markt. Der Wettbewerb gewinnt noch weiter an Schärfe“, berichtet Rosenberger und betont: „Entscheidend sind heute daher vor allem drei Kriterien: Es geht um den Preis, den Preis und noch mal den Preis. Qualität und Liefertreue werden ohnehin vorausgesetzt.“ SPRUNG IN DIE ZUKUNFT STATT SYSTEMEVOLUTION Um die Anforderungen auch künftig erfüllen zu können, muss das Unternehmen immer effizienter werden. „Wir brauchen vollautomatische Produktionsdurchläufe mit perfekt vernetzten Prozessen auch beim Datenmanagement“, so die Vorgabe von Rosenberger. Dies ist im Hinblick auf das ERP-System ein ambitioniertes Ziel – schon deshalb, weil das Unternehmen die gesamte Bandbreite von der Individual- bis zur Massenfertigung abdeckt. „In der Mobil- und Telekommunikation“, so Projektleiter Dominik Seitz, „dominiert das Projektgeschäft mit kleinen Fertigungstranchen. Im Automotive-Markt haben wir es dagegen mit Stückzahlen im dreistelligen Millionen-Bereich zu tun.“ Viele der dafür nötigen Prozesse managt das Unternehmen bis heute mithilfe des bereits vor zwei Jahrzehnten installierten ERP-Systems proALPHA. „Durch unser starkes Wachstum waren wir jedoch gezwungen, immer mehr Drittsysteme anzubinden“, schildert Seitz die Situation und konstatiert: „So ist im Verlaufe von 20 Jahren eine organisch gewachsene, immer komplexere Systemlandschaft entstanden, die nur mit großem Aufwand zukunftsfähig zu halten ist.“ „Uns wurde dann klar, dass wir keine weiteren Anpassungen und Updates mehr brauchten, sondern einen echten Sprung“, erklärt Rosenberger. „Deshalb haben wir uns für einen Grüne- Wiese-Ansatz und den grundlegenden Neuaufbau unserer Prozesse und Organisationsstrukturen entschieden“. Ausdruck und Ergebnis dieser Entscheidung ist das Projekt Rosenberger 2020. ALLES AUF DEN PRÜFSTAND GESTELLT Die Hochfrequenzspezialisten aus Oberbayern stellten im Zuge von Rosenberger 2020 alles auf den Prüfstand: auch die Zusammenarbeit mit proALPHA. „Unser Unternehmen hat eine Größe erreicht, für die nur noch wenige ERP-Anbieter als Partner infrage kommen“, erklärt Seitz und ergänzt: „Deshalb entschieden wir uns dafür, den Markt noch mal gründlich zu sondieren und die Top-Anbieter zu Präsentationsrunden einzuladen.“ Das Ergebnis: Die Zusammenarbeit wird fortgesetzt. „Wir sind mit proALPHA seit 20 Jahren unterwegs und wissen“, so Rosenberger, „was wir aneinander haben. Das gilt für beide Partner, in jeder Hinsicht – auch mit Blick auf akute Handlungsbedarfe.“ proALPHA hat die Herausforderung angenommen und bereits ein eigenes Automotive-Kompetenzteam aufgebaut. Es bringt einerseits Branchenwissen ein, entwickelt sich andererseits aber auch weiter durch die speziellen Anforderungen von Rosenberger. So werden in enger Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Experten auf Kundenseite Lösungen entworfen, die für den Sprung in die Zukunft nötig sind. 10 MY FACTORY 2021/05-06 www.myfactory-magazin.de

PRODUCTION EXCELLENCE So entsteht im Zuge des Großprojekts eine Partnerschaft, aus der neue ERP-Funktionalitäten hervorgehen. Einige davon sollen später in den Standard wandern und allen Kunden von proALPHA zur Verfügung stehen. Zum Beispiel Abrufbestellungen oder das neue Instandhaltungsmodul: „Wir haben Hunderte von Maschinen im Einsatz, die regelmäßig gewartet werden müssen“, sagt Seitz und verdeutlicht: „Die Instandhaltung ist für uns daher ein wichtiger Kostenblock, der bisher zu intransparent war. Deshalb entwickeln wir mit proALPHA eine Lösung, mit der wir alle Instandhaltungsaktivitäten präzise planen und sämtliche Kosten dafür transparent abbilden können.“ IM FOKUS: GANZHEITLICHE PLANUNG UND VOLLE KOSTENTRANSPARENZ Die Instandhaltung ist ein Beispiel von vielen. Rosenberger 2020 umfasst allein im Hinblick auf die Unternehmensabläufe ganze 14 Teilprojekte, 12 davon mit ERP-Bezug. Neu zu definieren sind Prozesse in diversen Bereichen – von Einkauf und Lieferantenmanagement über Produktion, Stammdaten und Logistik bis hin zum Vertrieb. Schwerpunktthemen sind dabei die ganzheitliche Planung und die Kostentransparenz im Unternehmen. Zum Planungsprozess sagt Seitz: „In der Vergangenheit haben wir unsere Planung mithilfe von 16 Hauptsystemen erledigt – entsprechend viele Systembrüche und Schnittstellen gab es. Die Brücken zwischen den Systemen und die Systemvielfalt selbst bauen wir jetzt ab und beseitigen Engstellen, indem wir so viel wie möglich auf unserer neuen ERP-Plattform abbilden.“ Beispiel Disposition: Diese läuft bei Rosenberger bisher über ein Drittsystem. Gleiches gilt für die Produktionsfeinplanung, hier arbeitet Rosenberger mit einer externen MES-Lösung. Künftig werden diese und andere Teilaufgaben durchgängig in proALPHA organisiert. Vom Einkauf bis zur Rechnungstellung managt Rosenberger dann alles in einem System. Dafür laufen in proALPHA – bei über 12 000 Endprodukten, die Rosenberger fertigt – automatisiert Hunderttausende Datensätze zusammen. Das Thema Kostentransparenz und seine Bedeutung verdeutlicht Seitz am Beispiel der Produktentwicklung: „Bei uns laufen zeitgleich bis zu 1 000 Entwicklungsprojekte, an denen allein in der Zentrale mehr als 700 Mitarbeiter arbeiten. Im Verlauf jedes Projekts können sich die kundenseitig geforderten Produktspezifikationen und Kostenvorgaben mehrfach ändern. Umso wichtiger ist es, dass sämtliche Kosten im ERP abgebildet werden.“ Dafür sind weitere Umstellungen erforderlich, denn bisher arbeitet die Entwicklungsabteilung mit einem Projektmanagement-Tool ohne Schnittstelle zu proALPHA. Das Tool hat sich bewährt und soll bleiben. Der Projektkopf mit allen wesentlichen Informationen wird jedoch künftig auch an proALPHA übergeben. „Dies reicht“, so der Anspruch von Rosenberger, „um volle Kostentransparenz herzustellen und unsere strategischen Entwicklungsentscheidungen in Zukunft noch fundierter treffen zu können.“ VOLLSTÄNDIG INTEGRIERT: DAS QUALITÄTS-MANAGEMENT Ein weiteres Highlight wird das vollintegrierte Qualitätsmanagement. „Bisher arbeiten wir mit verschiedenen Systemen und entsprechend aufwendigen Prozessen. Nun ermöglicht uns die enge Zusammenarbeit von proALPHA mit den QM-Spezialisten von QSC auch in diesem Bereich ein hocheffizientes Setting ohne Systembrüche“, so Rosenberger. Das Qualitätsmanagement wird vollständig in die ERP-Lösung eingebunden und arbeitet künftig schnittstellenfrei mit ein und derselben Datenbank. „Alle QM- Informationen sind damit auf Knopfdruck abrufbar“, freut sich Rosenberger und ergänzt: „Ein Umdenken zwischen verschiedenen Systemen ist dann nicht mehr nötig. Das spart nicht nur Zeit ZUSAMMEN MIT PROALPHA ENTWICKELN WIR EINE ERP-PLATTFORM, DIE UNS IN PUNCTO KOSTENTRANS- PARENZ UND GANZHEIT- LICHER PLANUNG NACH VORNE BRINGT. Dominik Seitz, Projektleiter „Rosenberger 2020“ und Kosten. Es verhindert auch ein Silodenken und fördert das ganzheitliche Bewusstsein für die Abläufe im Unternehmen.“ ROSENBERGER 2020 – DIE NÄCHSTEN SCHRITTE Nach einem intensiven Projektjahr 2020 für Rosenberger und proALPHA ist das neue ERP-System Anfang 2021 in den Live- Betrieb gegangen – zunächst an den Unternehmensstandorten in Deutschland und Ungarn. Nach dieser ersten Implementierungswelle ist das Projekt noch lange nicht beendet. „Wir werden in einer zweiten Welle unsere drei Fertigungsstandorte in den USA auf die neue proALPHA ERP-Plattform umstellen“, so Seitz. „Bis Mitte der 2020er-Jahre folgen dann die Standorte in Südamerika und den meisten Märkten Asiens.“ Durch die fortgesetzte Vernetzung steigert Rosenberger die Effizienz aller Prozesse weiter und stärkt seine globale Wettbewerbsposition im digitalen Zeitalter. Bilder: Rosenberger www.proalpha.com ZUSATZINHALTE IM NETZ bit.ly/3aMKh32 HIGHLIGHTS DES PROJEKTS n Rosenberger 2020: Großprojekt für effiziente Unternehmensabläufe im digitalen Zeitalter durch die Neuausrichtung aller Prozesse, eine umfassende Stammdaten-Überarbeitung und den Release-Wechsel von proALPHA 5.2 auf Version 7.1 n Entwicklungspartnerschaft zwischen Rosenberger und proALPHA für neue Funktionalitäten im proALPHA Standard n Durchgängige Planung und Kostentransparenz im Fokus der Prozessoptimierungen n Integrierte Qualitätsmanagement- Lösung fördert ganzheitliches Bewusstsein für die Abläufe im Unternehmen www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2021/05-06 11

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