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My Factory 4/2022

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My Factory 4/2022

MY STORY 12 MY FACTORY

MY STORY 12 MY FACTORY 2022/04 www.my factory-magazin.de

MY STORY FLEXIBEL SEIN! Dass Leuze erfinderisch und innovativ ist, wenn es um die Entwicklung neuer Produkte und Lösungen geht, hat das Hochtechnologieunternehmen schon oft bewiesen. Aber wie schafft es der Sensorspezialist, auch in Krisenzeiten, wie wir sie gerade erleben, erfolgreich zu sein? Dies und mehr fragten wir den CEO der Leuze electronic-Gruppe Ulrich Balbach. Herr Balbach, Leuze zählt zu den Hidden Champions, und Sie haben trotz Corona-Krise und Verknappung von Ressourcen vor allem im Bereich der Halbleiterindustrie und der elektronischen Bauteile Rekordumsätze erzielt. Wie ist Ihnen das gelungen? Mit ihren Sensoren leistet Leuze bei ihren Kunden einen entscheidenden Beitrag zu einer vernetzen und intelligenten Produktionsumgebung im Sinne von Industrie 4.0. Wie sieht es in Ihrer eigenen Fertigung im Hinblick auf die digitale Transformation aus? Unser Erfolg basiert vor allem auf einem frühzeitigen, weitsichtigen und auch mutig antizyklischen Handeln. Von Anfang an haben wir die Meinung vertreten, dass die Corona-Pandemie keine Wirtschafts-, sondern eine Gesundheitskrise ist und uns gut darauf eingestellt. Wir sind mit unserem alternierenden Wechselschichtmodell stets auf Sicht gefahren, haben gelockert, wann und wo es möglich war und sind mit Vollgas frühzeitig wieder durchgestartet, als der Auftragseingang erkennbar anzog. Das tat er bereits seit August 2020 wieder. Außerdem investieren wir weltweit weiterhin in neue Strukturen – auch in Krisenzeiten: So wurden etwa durch unser neues internationale Distributionszentrum in Unterlenningen nahe des Firmen-Headquarters in Owen, das im Juli 2020 eröffnet wurde, die Logistikkapazitäten weiter ausgebaut. Damit können wir die hohen Auftragseingänge und -bestände gut bewältigen. In Melaka, Malaysia, nehmen wir demnächst einen neuen Produktionsstandort in Betrieb, um die Bedürfnisse der asiatischen Kunden noch besser zu erfüllen und die Lieferzeiten weiter zu verkürzen. Weltweit stellen wir außerdem neue Mitarbeiter ein. Denn unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital. Zu Beginn der Coronakrise im Februar 2020 haben wir es innerhalb einer Woche weltweit möglich gemacht, im Homeoffice zu arbeiten. Das ist ein gutes Maß dafür, wie flexibel wir sind. Dass es so schnell ging, war der Tatsache zu verdanken, dass wir eigentlich schon komplett digitalisiert sind. Schauen wir auf die Fertigung: Dort werden Sie keine Laufzettel mehr sehen, kein Papier. Nichts wird mehr handschriftlich erledigt. Digitale Strukturen statt Papier – da sind wir schon sehr weit. Die Daten fließen ohne Medienbruch. Jede einzelne Produktionslinie liefert ihre Daten in die zentrale Struktur. Dort werden sie verarbeitet, sodass wir die Verfügbarkeit aller Linien permanent im Blick haben. Sobald Störungen auftreten, wird sofort interagiert. Die Datentransparenz reicht von der Fertigungs- bis zur Führungsebene. Einen besonders hohen Stellenwert hat für uns die Digitalisierung im Bereich Materialdisposition. Hier sind wir in der Lage, Was-wäre-wenn- Betrachtungen im Einkauf zu simulieren. So können wir Aussagen treffen, www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2022/04 13

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