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MY FACTORY 09/2022

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MY FACTORY 09/2022

PRODUCTION EXCELLENCE 01

PRODUCTION EXCELLENCE 01 In Breuna laufen mittlerweile sieben PET-Linien von Krones 02 Bei der Installation der siebten PET-Linie in Breuna waren größere Umbauten nötig – etwa bei derMaterialflusstechnik 03 Aktuell erarbeiten der Altmühltaler-Konzern und Krones gemeinsam ein Konzept für eine linienübergreifende IT-Landschaft im Werk Breuna 02 03 MULTIFUNKTIONALE PET-LINIEN IN BREUNA EIN HOHER GRAD AN DIGITALISIERUNG IST NÖTIG,UM STETS LIEFERFÄHIG ZU SEIN 04 Das Familienunternehmen Altmühltaler Mineralbrunnen hat sich vollständig auf das Herstellen und Abfüllen von Mineralwasser und Erfrischungsgetränken in PET-Einweg-Flaschen spezialisiert. Der Brunnen gehört mit Produktionsstandorten in Treuchtlingen, Breuna, Warburg und Baruth zu den größten Getränkeherstellern Deutschlands. „An unseren vier Standorten produzieren wir in erster Linie Mineralwasser und alkoholfreie Getränke für zahlreiche Handels- und Eigenmarken. Um die Aufträge für die verschiedenen Discounter zuverlässig abwickeln zu können, müssen wir für möglichst effiziente Voraussetzungen in der Produktion sorgen“, erklärt Alexander Pascher, Geschäftsführer des Konzerns. Aus diesem Grund setzt das Unternehmen an jedem seiner vier Mineralbrunnen-Standorte auf modernste Maschinentechnologie und einen hohen Grad an Automatisierung. Seit langem vertraut Altmühltaler dabei wiederholt auf die Expertise von Krones. Aus gutem Grund: Die Kombination aus Maschinenwissen, Praxiserfahrung und IT-Know-how ist eine ideale Grundlage, um Maschinendaten und Produktionssysteme zuverlässig miteinander zu verbinden. Und genau diese Kompetenz stellt Krones immer wieder unter Beweis. Als das Vitaqua-Werk in Breuna 2007 fertiggestellt war, gehörte es zu Europas modernsten Produktions- und Logistikstandorten für die Getränkeherstellung. In nur etwas mehr als einem Jahr Bauzeit hat Krones als Generalunternehmer damals alles außer dem Gebäude geplant, gebaut und installiert. Dazu gehörten die schlüsselfertige Übergabe des kompletten Prozesstechnikbereichs, ein Hochregallager, die innerbetriebliche Logistik, die digitale Vernetzung des gesamten Werks sowie vier PET-Abfüllanlagen. Der neu geschaffene Betrieb kam damit auf eine Leistung von rund vier Millionen Füllungen pro Tag. Doch damit noch nicht genug. Wie bereits von vornherein geplant, baute Vitaqua in den Folgejahren die Kapazitäten weiter aus – und zwar mit zwei zusätzlichen Krones PET-Abfüllanlagen, die als reine Wasserlinien fungieren. In den Jahren 2014 und 2018 erneuerte Krones dann die Linien 1 und 2 und erhöhte deren Leistungen von jeweils 43 200 auf 63 000 0,5-Liter-Behälter pro Stunde. Doch selbst das reichte nicht aus, um der hohen Nachfrage Rechnung zu tragen. Deshalb entschied sich Vitaqua 2019 für eine weitere PET-Linie – mittlerweile die siebte, wieder von Krones. Diese wird erstmals als Multifunktionsanlage genutzt. Mit einer Leistung von 40 000 Flaschen pro Stunde ist sie für vier verschiedene Formate von 0,75 bis 1,5 Liter ausgelegt. GRÖSSERE UMBAUTEN NÖTIG „Es ging bei diesem Projekt nicht nur darum, einfach eine neue Abfüllanlage einzubauen. Vielmehr musste diese eingebettet und unsere Werksstruktur entsprechend angepasst werden«, erklärt Werkleiter Stefan Thöne, der den Standort Breuna von Anfang an mit aufgebaut hat. Die Installation der Anlage 7 erforderte also größere Umbauten: n Ein vorhandener Karbonisierer wurde versetzt, um im zentralen Sirupraum Platz für den Mixer Contiflow zu schaffen. n Zusätzlich war eine neue CIP-Anlage nötig, außerdem ein Kompressor mit einer höheren Druckluftleistung. n Eine neue Palettenprüfanlage wurde installiert. n Die Materialflusstechnik wurde angepasst, indem acht neue Elektrohängebahn-Fahrzeuge eingebaut wurden. n Das Produktionsplanungs- und Steuerungssystem (PPS) des gesamten Werks erhielt ein Upgrade auf die neueste Version. „Krones musste all diese Maßnahmen so in eine Zeitachse einbauen, dass wir die Produktion nur so kurz wie möglich stoppen mussten. Letztendlich kamen wir mit einem Stillstand von lediglich drei Wochen aus. Das war eine tolle Leistung von allen Beteiligten“, würdigt der Werkleiter die Zusammenarbeit. 14 MY FACTORY 2022/09 www.myfactory-magazin.de

HOCHDIGITALISIERT Die neue Linie ist, wie alle anderen Anlagen auch, hochdigitalisiert und dafür mit verschiedenen Lösungen der SitePilot Suite ausgestattet: dem Auftragssteuerungssystem Line Management, dem Anlagen-Analysesystem Line Diagnostics und dem Wartungs- und Instandhaltungs-Tool Asset Management. Dieser hohe Grad an Digitalisierung ist auch nötig für eine reibungslose Arbeit: „Unsere Produktion ist ausgelegt für einen 24/7-Betrieb, je nach Saison arbeiten wir auch manchmal nur fünf Tage pro Woche. Aber: Wir müssen immer lieferfähig sein, denn zwischen Bestellung und Auslieferung vergehen nur zwei Tage. Das ist eine logistische Herausforderung, speziell um die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe rechtzeitig zu bestellen“, erklärt Thöne. Der Werkleiter zieht ein positives Fazit aus dem Projekt: „Letztendlich sind wir hoch zufrieden mit der neuen Anlage. Alle garantierten Leistungen wurden eingehalten und sogar übertroffen“, sagt Stefan Thöne und fasst seine Erfahrungen aus fast eineinhalb Jahrzehnten in einem Satz zusammen: „Krones bringt seine Aufträge immer zu einem guten Ende.“ NEUE SAP-LANDSCHAFT IN TREUCHTLINGEN Das Altmühltaler-Werk in Treuchtlingen ist das Stammwerk der Gruppe. Drei Abfülllinien sowie ein 2018 errichtetes Logistikzentrum leisten hier zuverlässig ihre Dienste. Maschinenseitig modernisierte Krones zuletzt im Jahr 2019 den Palettierbereich. Nun machte sich Altmühltaler auch an diesem Standort auf die Suche nach weiterem Optimierungspotenzial – und nahm dafür seine Prozesse unter die Lupe. Dabei kristallisierte sich die ERP- Landschaft immer mehr als „Flaschenhals“ heraus, nicht nur in Treuchtlingen, sondern im gesamten Konzern. „Das Set-up war veraltet, teilweise limitiert in seinen Funktionen. Deshalb haben wir nach einer ganzheitlichen Lösung gesucht, die speziell auf die Getränkeindustrie zugeschnitten ist. Wir wollten dabei möglichst alle Anforderungen in einer Lösung vereinen und die Schnittstellen gering halten. Außerdem sollte auch der Service in der Zukunft gesichert sein“, bringt es Altmühltaler-Geschäftsführer Alexander Pascher auf den Punkt. Bevor das Projekt startete, optimierte Altmühltaler zunächst seine bestehenden Abläufe im vorhandenen ERP-System und erarbeitete danach gemeinsam mit den SAP-Fachleuten bei Krones eine konsolidierte SAP-Strategie. Hierbei war besonders wichtig, dass ein vollumfänglicher Geschäftsbetrieb abgebildet werden kann. Von den ersten Überlegungen mit Krones bis zum Start der Implementierung im Oktober 2021 vergingen nur 18 Monate. „Obwohl der direkte Austausch wegen der Coronavirus-Pandemie nur selten möglich war, hat das Projektteam seine Aufgabe gut gemeistert. Die Kommunikation war stets offen und unkompliziert“, resümiert Alexander Pascher. Und auch, wenn die ersten positiven Effekte vermutlich erst nach einem halben Jahr zum Vorschein kommen, so sind er und alle Beschäftigten schon jetzt froh über den erfolgreichen ersten Schritt zur Modernisierung der IT-Landschaft. Das neue SAP S/4HANA-System wurde gleichzeitig standortübergreifend ausgerollt. Hierfür erfolgten im Vorfeld intensive systemübergreifende Tests, um mögliche Risiken bei der zeit-gleichen Umstellung während des Go-live im laufenden Betrieb weitestgehend zu minimieren. UPGRADE DER IT-LÖSUNGEN IN BREUNA Doch wer nun denkt, das war schon alles, kennt den Altmühltaler-Konzern schlecht. Denn die Gruppe startet aktuell gemeinsam mit Krones in Breuna ein IT-Upgrade-Projekt, das später FÜR EFFIZIENTE VORAUSSETZUNGEN IN DER PRODUKTION SORGEN Um die Aufträge für die verschiedenen Discounter zuverlässig abwickeln zu können, müssen wir für möglichst effiziente Voraussetzungen in der Produktion sorgen. Aus diesem Grund setzen wir auf modernste Maschinentechnologie und einen hohen Grad an Automatisierung Alexander Pascher, Geschäftsführer des Altmühltaler-Mineralbrunnen-Konzerns auch als Vorlage für alle weiteren Standorte dienen soll. Bisher nutzten alle sieben Linien des Werks eine Sonderlösung, die komplett auf die Bedürfnisse von Altmühltaler zugeschnitten war. Doch diese hielt auch Schwierigkeiten bereit: Nicht nur war das alte System sehr komplex, was den Support auf die Dauer verkomplizierte, auch in Hinblick auf Zukunftsfähigkeit war das System stark eingeschränkt: Es standen keine Updates auf IT-Systembasis mehr zur Verfügung und es war nicht kompatibel mit den neuesten Maschinentechnologien. Nun fügt Krones diese Insellösungen zu einem Gesamtkonzept zusammen: Dabei werden Altsysteme durch neueste Systeme inklusive Schnittstellentechnologien abgelöst und verschiedene Lösungen, wo sinnvoll, durch SAP-Module ersetzt und passend zu einer SAP-Gesamtstrategie zusammengefügt. Der Go-live ist für Mai 2023 geplant. Die Besonderheit: Altmühltaler und Krones planen, die gesamte Umstellung im laufenden Betrieb zu vollziehen und das neue System sozusagen per Knopfdruck von einem auf den anderen Tag live zu schalten. Und der Altmühltaler Mineralbrunnen hat noch Größeres im Blick: Denn die neue IT-Landschaft in Breuna soll als Vorbild für die anderen drei Werke der Gruppe dienen und in diesen nacheinander ebenfalls implementiert werden. Bilder: Krones, Altmühltaler Mineralbrunnen www.krones.com AUTOR Peter Mörtl Krones AG, Neutraubling www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2022/09 15

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