Aufrufe
vor 2 Jahren

Der Betriebsleiter 9/2020

  • Text
  • Mitarbeiter
  • Betriebsleiter
  • Unternehmen
  • Maschine
  • Roboter
  • Zudem
  • Einsatz
  • Maschinen
  • Hinaus
  • Anwender
Der Betriebsleiter 9/2020

FERTIGUNGSTECHNIK

FERTIGUNGSTECHNIK Einstieg in die Digitalisierung Einführung einer Werkzeugverwaltung bringt strukturierte Datengrundlage für weitere Projekte 01 02 Der Einstieg in die digitale Welt gelingt KMU im Bereich Fertigungstechnik besonders einfach, wenn zuerst die Werkzeugverwaltung digitalisiert wird. Denn dadurch entsteht eine strukturierte Datenbasis als Grundlage für weitere Digitalisierungsschritte. Sämtliche Informationen rund um das Werkzeug werden dabei in einer zentralen Datenbank erfasst und dokumentiert, um einen umfassenden Überblick über alle Werkzeuge beziehungsweise deren digitale Zwillinge in Echtzeit zu ermöglichen – von der Projekt- bzw. Auftragsplanung im CAM- System über das Voreinstellgerät bis hin zur Maschine. Die konsequente Überwachung der Werkzeuge erlaubt es, den gesamten Werkzeuglebenszyklus in Echtzeit zu überblicken und mit überschaubarem Aufwand nach kurzer Zeit spürbare Produktivitätsgewinne zu erzielen. Beispielsweise lässt sich die Einsatzdauer der Werkzeuge genau erfassen und leichter abschätzen, wann ein Autorin: Marion Schwenk, Public Relations Managerin, Hoffmann Group, München Nachschliff oder ein Austausch notwendig ist. Das macht den gesamten Werkzeugbedarf planbarer, die Such- und Nebenzeiten sinken und der Lagerbestand kann weiter optimiert werden. Auf praxistaugliche Lösungen setzen Doch wie genau sieht eine für KMU geeignete Softwarelösung aus: „Kleine und mittelständische Unternehmen sollten schlanke, gut übersichtliche Tool-Management-Lösungen bevorzugen, weil sie damit schneller spürbare Mehrwerte erzielen können“, sagt Andreas Kastner, Head Digital Products bei der Hoffmann Group. „KMU brauchen nicht denselben Funktionsumfang wie Großunternehmen und sie haben auch nicht die Kapazitäten, um Mitarbeiter für die Implementierung eines umfangreichen Softwarepakets abzuziehen. Wir haben deshalb mit Connected Manufacturing eine Standardsoftware entwickelt, die die Kernfunktionalitäten abdeckt und ohne große Einarbeitung intuitiv bedient werden kann. Der Kunde mietet die Nutzung der Software einfach monatsweise und hat somit keine hohen Anfangsinvestitionen. Selbst kleine Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern und Maschinen können dadurch in kurzer Zeit Mehrwerte verzeichnen.“ Schnell einsatzbereit sein Bei der Einführung von Connected Manufacturing werden sämtliche Werkzeuge mit RFID-Chips gekennzeichnet. Das geht schnell und kostengünstig. Anschließend müssen die Chipnummern nur noch dem jeweiligen digitalen Zwilling zugewiesen werden. Die Datenbasis liefert hier das CAM-System, wodurch die mühselige Einzelanlage von Artikeln entfällt. Kundenspezifische Anpassungen sind nicht notwendig, und die Lösung ist in der Regel nach wenigen Tagen einsatzbereit. Die Daten bewegen Kleine und mittelständische Unternehmen sollten schlanke, gut übersichtliche Tool-Management-Lösungen bevorzugen, weil sie damit schneller spürbare Mehrwerte erzielen können. Andreas Kastner, Head Digital Products bei der Hoffmann Group sich nun mit den Werkzeugen durch die Produktion und werden kontinuierlich aktualisiert. Dadurch wird nahtlos dokumentiert, wo sich welche Werkzeuge gerade befinden 14 Der Betriebsleiter 09/2020 www.derbetriebsleiter.de

FERTIGUNGSTECHNIK und wie deren Nutzungszustand aussieht. Das erleichtert die Werkzeugeinsatzplanung. Außerdem werden Fehler bei der Datenübertragung und beim Zusammenbau von Werkzeugen vermieden, denn die Lösung schlägt Alarm, wenn zum Beispiel am Voreinstellgerät ein Toleranzbereich überschritten wird. Das reduziert den Ausschuss. „Ein Tool-Management bringt aber natürlich nur dann einen echten Mehrwert, wenn die Mitarbeiter konsequent damit arbeiten“, führt Kastner weiter aus. „Wir haben bei der Entwicklung von Connected Manufacturing deshalb viel Zeit in die Entwicklung der Benutzeroberfläche gesteckt, damit sich die Software auch ohne Schulung einfach intuitiv bedienen lässt und der Mitarbeiter schnell merkt, dass sie ihm das Leben leichter macht.“ Bedarfsgerecht erweiterbar 01 Die konsequente Überwachung der Werkzeuge bringt mit überschaubarem Aufwand spürbare Produktivitätsgewinne 02 Änderungen von Laufzeiten, Werkzeugkorrekturen oder Standzeiten werden stets in Echtzeit synchronisiert Connected Manufacturing gibt es aktuell als Einsteigerpaket ohne Maschinenanbindung sowie als Vollversion mit Maschinenanbindung in Form einer Live-Schnittstelle mit Datensynchronisation. Diese erleichtert die Maschinenbedienung und ermöglicht es, zentral Informationen zum Zustand von Maschinen und Werkzeugen abzurufen. „Eine Maschinenanbindung ist schon sinnvoll“, stellt Kastner fest. „Aber gerade kleine Unternehmen möchten häufig zuerst Erfahrungen sammeln, bevor sie weiter investieren. Wir bieten deshalb die Basisversion mit der Option an, später nahtlos auf die Vollversion umzusteigen. Diese lässt sich dann um beliebig viele Maschinen erweitern. Wir entwickeln die Software außerdem laufend weiter, um die Werkstattorganisation noch effizienter zu gestalten“, verrät Kastner. Momentan arbeite man an einem optimierten Dashboard für den Maschinenbediener, einem Werkzeugkonfigurator sowie an der Anbindung weiterer Maschinentypen und CAM-Systeme. In Kombination mit dem Mietmodell entstehe eine „atmende Lösung“, die Spielraum für künftige Anpassung an die Geschäftsentwicklung schafft, so Kaster. Derzeit bietet die Lösung der Hoffmann Group Schnittstellen zu Maschinensteuerungen von Heidenhain und Siemens, den Voreinstellgeräten von Garant, Kelch und Zoller sowie zu den CAD/CAM-Softwarelösungen von Tebis, Mastercam, HyperMill und SolidCAM. Auch die Anbindung eines Warenausgabesystems Garant Tool24 an Auf den Punkt gebracht Für kleine und mittelständische Betriebe beginnt die Digitalisierung bei der Werkzeugverwaltung, denn dadurch entsteht eine strukturierte Datengrundlage für weitere Projekte. Bei der Softwareauswahl sind für KMU praxistaugliche modulare Lösungen mit einem flexiblen Bezahlmodell besonders attraktiv. Solche „atmenden“ Lösungen sind schnell einsatzbereit und sichern den notwendigen Spielraum für künftige Anpassungen auf dem Weg in Richtung digitale Fabrik. Connected Manufacturing ist möglich. Werkzeugentnahmen lassen sich dadurch exakt kontrollieren und Nachbestellungen automatisiert auslösen. Unternehmen, die zusätzlich ein Pufferoder ein Hauptlager betreiben, haben außerdem die Möglichkeit, Liftsysteme und Umlaufregale von Kardex Remstar an das Warenausgabesystem anzubinden. Dazu erklärt Kastner: „Bei uns arbeitet das Digital-Team mit allen Bereichen zusammen, auch mit dem Bereich Betriebseinrichtungen, denn wir wollen sämtliche Chancen der Digitalisierung rund um unser Sortiment evaluieren und für die Kunden nutzbar machen.“ Bilder: Hoffmann Group www.hoffmann-group.com Für alle, die es genau wissen wollen. BEIZEN ELEKTROPOLIEREN PASSIVIEREN Wertvolles Know-how und aktuelle Informationen zu moderner Oberflächenbehandlung zusammengestellt in unseren Whitepapers – melden Sie sich jetzt an. henkel-epol.com

© 2021 by Vereinigte Fachverlage GmbH. Alle Rechte vorbehalten.