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Der Betriebsleiter 7-8/2020

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Der Betriebsleiter 7-8/2020

EINE GRIFFIGE GESCHICHTE

EINE GRIFFIGE GESCHICHTE MONTAGE UND HANDHABUNG Was in den 1980er-Jahren mit aufwändigen Einzelanfertigungen begann, stellt heute eine der wichtigsten Entwicklungen in der Handhabung dar – der Greifer. Greifsysteme meistern durch ihre Vielseitigkeit nahezu jede Aufgabe – ob mechanisch, pneumatisch, magnetisch oder adhäsiv. Lesen Sie die interessante Geschichte über die Entwicklung der Greifertechnologie eines deutschen Herstellers. Autor: Harald Dickertmann, Executive Vice President Sales Gripping Systems, SCHUNK GmbH & Co. KG, Lauffen/Neckar Über 2 550 Greifer umfasst das Standard-Greifkomponentenprogramm der Firma Schunk aus Lauffen am Neckar heute. Greifer-Legenden wie der vielzahngeführte Universalgreifer PGN-plus oder der Kleinteilegreifer MPG-plus gehören ebenso dazu wie intelligente Greifmodule für die smarte Produktion und handzahme Co-act-Greifer für die Mensch-Roboter- Kollaboration. Hinzu kommen unzählige Spezialgreifer vom Schwerlast- bis zum Mikrohandling. Die Entwicklung des automatisierten Greifens verlief in mehreren Stufen. Seit 75 Jahren begeistert Schunk mit Pioniergeist, Perfektion und Kümmerer-Kultur – zunächst in der Spanntechnik, seit Anfang der 1980er-Jahre dann auch in der Automation. Auslöser für den Einstieg in die Automation war eine Beobachtung des Spann- und PLÖTZLICH WAR KLAR, DASS DAS INDUSTRIELLE GREIFEN IN ZUKUNFT WEIT MEHR SEIN WÜRDE, ALS ZWEI FINGER ZU ÖFFNEN UND ZU SCHLIESSEN Greiftechnikpioniers Heinz-Dieter Schunk zu Beginn des Robotik- Booms. Greifwerkzeuge für Roboter wurden zu diesem Zeitpunkt meist individuell als Einzelanfertigung hergestellt, waren klobig, schwerfällig und instabil. Pneumatikleitungen verursachten extreme S10 SUPPLEMENT 2020

Störkonturen. Genau hierin sah der findige Unternehmer eine Chance: Kleiner, leichter, zuverlässiger und erschwinglicher sollten Robotergreifer werden, so seine Vision. Über eine Standardisierung, die dem Unternehmer schon im Bereich Spannbacken und Werkzeughalter gelungen war, wollte er Kosten- und Lerneffekte realisieren, die in der Folge wiederum dem Markt zugutekommen sollten. STANDARDISIERUNG DER GREIFTECHNIK Den Anfang machte 1983 der Schunk PPG, der wohl weltweit erste standarisierte Industriegreifer auf dem Markt. Dieser war vergleichsweise leicht und wurde über integrierte Luftkanäle betätigt, sodass die Verschlauchung erheblich vereinfacht wurde. Kurz darauf folgten ein Dreifingergreifer und ein Schwenkmodul. Schon bald ermöglichten abgestufte Baugrößen eine gezielte Auslegung. Sukzessive entstand ein umfassendes Modulprogramm, das Greifmodule, Drehmodule, Linearmodule und Roboterzubehör umfasst. Der mit patentierter Vielzahnführung ausgestattete PGN-plus gilt bis heute als Benchmark und wurde ständig weiterentwickelt. FRÜHER EINSTIEG IN DIE MECHATRONIK Bereits 1986, also lange bevor sich der Trend zur Mechatronik etablierte, präsentierte Schunk mit dem SEG 10 einen ersten servoelektrischen Greifer. In der Welt der Handhabung und Robotik, die bis dato von Hydraulik und Pneumatik geprägt war, setzte das Unternehmen mit dem SEG Maßstäbe. Plötzlich wurde klar, dass das industrielle Greifen in Zukunft weit mehr sein würde, als zwei Finger zu öffnen und zu schließen. Das Mechatronikmodul war für die damalige Zeit so außergewöhnlich, dass es den Weg bis in die populärwissenschaftliche „Knoff-Hoff-Show“ des ZDF fand. Neben seiner Kompaktheit, Leistungsdichte und universellen Einsetzbarkeit überraschte der Mechatronikgreifer 01 1983 bringt Schunk den ersten standardisierten Industriegreifer auf den Markt: Er war vergleichsweise leicht und wurde ebenso wie das Linear- und Drehmodul über integrierte Luftkanäle betätigt 02 Der PGN-plus-P verfügt in der neuesten Version über eine lebensdauergeschmierte Vielzahlführung 01 Positioniersysteme • Spindelantriebe • Zahnriemenantriebe • Direktantriebe • Auslegerachsen • Mehrachskombinationen • Schwenkantriebe • Drehtische • Steuerungstechnik • Transportbänder • Softwareentwicklung • Schaltschrankbau ...alles aus einer Hand 02 www.ief.de

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