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Der Betriebsleiter 7-8/2020

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Der Betriebsleiter 7-8/2020

KLARTEXT BAHNBRECHENDE

KLARTEXT BAHNBRECHENDE ENTWICKLUNGEN JÖRG REGER Leiter des Geschäftsbereichs Robotik und Fertigungsautomation, ABB Deutschland, Friedberg In den vergangenen 50 Jahren haben wir zahlreiche Meilensteine der Robotertechnologie gesehen und selbst auf den Weg gebracht. Besonders hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang die rasante Entwicklung der Mensch-Roboter- Kollaboration. Ob von der Koexistenz, bei der Arbeiter und Roboter nebeneinander arbeiten, bis hin zur echten Kollaboration, bei der sich die Arbeitsräume von Mensch und Roboter vollends überschneiden – die Kombination aus flexibel einsatzbaren Robotern, zertifizierter Sicherheitssoftware und einer zunehmend einfacheren Programmierung erlauben Unternehmen, ihre Fabrik der Zukunft zu gestalten. Davon profitieren immer mehr auch klein- und mittelständische Unternehmen: Kollaborative Roboter, wie etwa YuMi von ABB, spielen ihre Vorteile aus, wenn ein geringer Platzbedarf herrscht sowie eine schnelle Umrüstbarkeit und ein ortsflexibler Einsatz in einer agil gestalteten Fertigungsumgebung gefragt sind. Übrigens: YuMi feiert in diesem Jahr fünften Geburtstag – ein weiterer Meilenstein für mich und ABB. Die Montage und Handhabung ist ein zentraler Bereich der industriellen Produktion. Durch die Automatisierung hat sie sich in den letzten 50 Jahren gravierend weiterentwickelt. Wir haben Akteure aus der Branche gefragt: Was war für Sie die wichtigste Entwicklung? DIE RASANTE ENTWICK- LUNG DER MENSCH- ROBOTER-KOLLABORATION ZUFÜHRTECHNIK ROBOTIK DER ÜBERGANG ZU DURCHGEHEND ENGINEERING- BASIERTEN LÖSUNGEN MONTAGE UND HANDHABUNG KLAUS BOTT COO Feeding Technology, Afag, Huttwil (CH) Die Zuführtechnik, die sortierte Bereitstellung von Einzelteilen und Baugruppen, ist ein wesentlicher und qualitätsbestimmender Baustein bei automatisierten Handhabungs- und Montageprozessen. Sie war bisher jedoch nicht durch disruptive Innovationen gekennzeichnet. Die wichtigste Entwicklung ist aber der Übergang von kreativen Sortierkonzepten durch handwerkliche Kompetenz in der Blechbearbeitung zu durchgehend engineering-basierten, reproduzierbaren Lösungen. 3D-CAD, CAM und 5-Achs-Simultanbearbeitung haben die Zuführtechnik auf ein deutlich höheres Qualitätslevel gehoben. In den vergangenen Jahren hat sich die Entwicklung und Nutzung von Simulationstechnologien und additiver Fertigung sowie die Entwicklung intelligenter Vibrationsförderer und neuer Regelungskonzepte massiv beschleunigt. Dies ergänzen flexible Systeme mit Vision und Robotik sowie erste Ansätze beim Bin-Picking.

KLARTEXT DR. KURT SCHMALZ geschäftsführender Gesellschafter der J. Schmalz GmbH, Glatten Für mich zählt der Computer, auf die vergangenen 50 Jahre bezogen vor allem der erste Computer von Apple im Jahr 1976, zu den bahnbrechendsten Entwicklungen der Menschheit. Damit begann die Ära der PCs, die die Großrechner ablösten. Computer werden seitdem dank integrierter Schaltkreise und Mikroprozessoren immer kleiner, leistungsfähiger und preisgünstiger. Dieser Fortschritt führte auch zu steigenden Automatisierungsgraden: mit Robotern, vollautomatischen Produktionsstraßen bis zur Mustererkennung durch künstliche Intelligenz. Die technologischen Entwicklungen aus der Automation übertragen wir in die Vakuumtechnik. So entwickeln wir zum Beispiel intelligente Komponenten, die mit der übergeordneten Steuerung kommunizieren, um Daten über Zustand, Energieverbrauch oder den Prozess zu übertragen. Auch Software- Lösungen, wie unsere neue Schmalz Connect Suite, sind nur dank des enormen technischen Fortschritts der vergangenen Jahre und Jahrzehnte möglich – dafür hätte die Rechenleistung des Apple I noch nicht ganz ausgereicht. GREIFTECHNIK DER WANDEL VON DER KLASSISCHEN KOMPONENTE ZU KOMPLEXEN SYSTEMEN DER ERSTE PERSONAL COMPUTER LINEARTECHNIK RÜDIGER KNEVELS CEO Rollon Group, Managing Director Rollon GmbH, Düsseldorf 50 Jahre, eine Zeitspanne, in der enorm viel passiert ist. In der Lineartechnik gibt es einen massiven Wandel des Anforderungsprofils von der klassischen Komponente über Linearachsen hin zu komplexeren Systemen. Kundenspezifische Anpassungen, ein wachsender Grad in der Automatisierung und hohe Flexibilität waren sicherlich die größten Treiber der letzten Jahrzehnte. Von Komponentenherstellern wird im Zeitalter der Automatisierung und der Digitalisierung aus der Perspektive der Systemlösungen und der „smarten Produkte“ deutlich mehr erwartet. Dies wird in den kommenden Jahren auf einem anspruchsvollen und herausfordernden Niveau bleiben. Linearführungssysteme müssen deutlich lösungsorientierter sein. Purer Katalogstandard war gestern. Heute geht es darum, von modularen Plattformen oder aus Baukästen heraus kunden- und anwendungsspezifische Lösungen zu schaffen. Gewichtsreduzierung, Wartungsfreiheit, Beständigkeit gegen schwierige Umgebungsbedingungen, Erhöhung der Verfahrgeschwindigkeit sind einige wichtige Kundenanforderungen. Dabei geht es auch darum, das Thema Überdimensionierung von Lineartechnik zu eliminieren. Auf der Entwicklungsebene befassen wir uns aktuell sehr intensiv mit „smarten Linearsystemen“. SUPPLEMENT 2020 S7

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