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Der Betriebsleiter 5/2020

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Der Betriebsleiter 5/2020

FERTIGUNGSTECHNIK

FERTIGUNGSTECHNIK Vorschub mehr als verdoppelt Neue Schrupp-Drehwerkzeuge verbessern die Produktivität in der Schwerzerspanung Wankmüller Präzisionsmechanik ist ein gefragter Partner, wenn Kompetenz in Sachen Drehen, Fräsen, Schleifen oder Bohren gefordert ist. Das Unternehmen bearbeitet eine Vielzahl an Werkstücken in unterschiedlichen Materialien. Für die Schwerzerspanung eines Stahl-Bauteils für Großwellen suchte das Unternehmen ein passendes Werkzeug. Gegründet 1974 im baden-württembergischen Straubenhardt produzierte Wankmüller zunächst Hydraulikkomponenten. Im Lauf der Jahre wurden CNC-Maschinen angeschafft, auf denen die Mitarbeiter eine Vielzahl von Bauteilen drehen, fräsen, bohren und rundschleifen. Die Bandbreite der Teile reicht von einem bis 800 mm Durchmesser. Kunden kommen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Elektrotechnik und der Medizintechnik. „Wir sind die Spezialisten für schwierige Fälle und schrecken vor nichts zurück“, scherzt Geschäftsführer Tobias Wankmüller, der den Familienbetrieb in dritter Generation führt. So entsteht auch schon mal ein Totenkopf aus Aluminium als hochwertiges Designteil. Leistungsstarke CAD/ CAM-Abteilung Tatkräftig unterstützt wird die Fertigung von einer leistungsstarken CAD/CAM-Abteilung, in der sechs der insgesamt 18 Beschäftigten arbeiten. Auf 1 800 m 2 stehen moderne CNC-Bearbeitungszentren. „Wir bleiben immer auf dem neuesten technischen Stand, um die hohen Kundenanforderungen schnell, flexibel und präzise erfüllen zu können“, sagt Tobias Wankmüller. Großen Wert legt er auf die Qualifikation seiner Mitarbeiter. „Es ist unsere Strategie, selbst auszubilden und so dem Fachkräftemangel vorzubeugen.“ In jüngster Vergangenheit landete ein besonders großer Brocken im Auftragsbuch: Aus einem 500 kg schweren Rohling aus dem anspruchsvollen Baustahl ST 52 sollte ein Bauteil für Großwellen entstehen. Anfangs erledigte ein kleineres Werkzeug aus der Dove- IQ-Reihe von Iscar diese Schruppbearbeitung. Bis das Bauteil fertig ist, müssen 340 kg Material abgetragen werden. Um mehr Effizienz zu erreichen, beschloss Tobias Wankmüller, die höhere Antriebsleistung einer anderen Maschine zu nutzen. Dazu war allerdings ein größeres Werkzeug erforderlich. „Da haben wir uns fachlichen Rat geholt“, schildert er. Wankmüller steht seit Jahren in regelmäßigem Kontakt mit dem Hersteller aus Ettlingen und schätzt die Qualität der Werkzeuge – so war der geeignete Projektpartner schnell gefunden. Florian Weiß, Technik und Verkauf des Iscar-Vertragshändlers Willi Kraus Zerspanungstechnik, und Jonas von Kahlden, Produktspezialist Drehen bei Iscar, nahmen sich der Aufgabe an. Herausforderung: hohe Abspanraten „Wir benötigten ein leistungsstarkes Werkzeug. Denn der Schnittdruck ist bei dieser Bearbeitung sehr hoch“, beschreibt Florian Weiß die Herausforderung. Außerdem muss eine hohe Abspanrate gegeben sein. Die Iscar-Experten sahen sich die Anwendung vor Ort an und stellten Funktionsberechnungen an. Anschließend wurde an der Maschine getestet – mit Erfolg. Damit war der Weg frei für den Einsatz einer Dove- IQ-Turn- Drehwendeschneidplatte in Kom- Auf den Punkt gebracht Wankmüller Präzisionsmechanik setzt in der Schwerzerspanung auf Werkzeuge der Reihe Dove IQ Turn von Iscar. Sie erzielen bei der Bearbeitung eines Bauteils aus Stahl für Großwellen hohe Abspanraten und Schnittgeschwindigkeiten. Dadurch hat sich die Produktivität des Unternehmens deutlich erhöht. Im Vergleich zum vorher eingesetzten Werkzeug haben sich die Vorschübe und das Zerspanvolumen mehr als verdoppelt. Darüber hinaus sorgen spezielle Span- former und der Verzicht auf Spannpratzen für eine sehr gute Späneabfuhr. bination mit dem innovativen Klemmsystem für Dreh-Schruppanwendungen. Bei Wankmüller arbeiten doppelseitige, rhombische 80-Grad-Wendeschneidplatten mit negativem seitlichem Freiwinkel von 7 ° für die Schwerzerspanung von Stahl. Für Schrupp-Drehbearbeitungen der Dove-IQ- Turn-Werkzeuge hat Iscar einen innovativen Plattensitz mit Schwalbenschwanzgeometrie in Kombination mit einem Kniehebelmechanismus entwickelt. Dieses System fixiert die Platte sicher und verhindert, dass sie durch die Schnittkräfte angehoben wird. Herkömmliche Wendeschneidplatten für die Schwerzerspanung verfügen über sogenannte Spannpratzen, um den hohen Kräften standzuhalten. Nachteil: Späne können sich darin verklemmen und die Pratze schnell verschleißen. Die sichere Klemmung durch die Schwalbenschwanzgeometrie macht eine Spannpratze überflüssig: Der Span kann ungehindert abfließen. 8 Der Betriebsleiter 05/2020 www.derbetriebsleiter.de

FERTIGUNGSTECHNIK 01 Wankmüller setzt die vierschneidigen Platten aus der Reihe Dove IQ Turn erfolgreich in der Schwerzerspanung von Stahl ein 02 02 Der Plattensitz mit Schwalbenschwanzgeometrie in Kombination mit einem Kniehebelmechanismus sorgt für eine stabile Klemmung 03 Bei der Bearbeitung des Stahlbauteils entstehen durch einen speziellen Spanformer Metallreste, die leicht abgeführt werden können 01 Lange Standzeiten mit verstärkten Schneidkanten Um das Entstehen von langen, die Bearbeitung störenden Spänen zu verhindern, verfügen Schneidplatten der Baureihe Dove IQ Turn über einen speziellen Spanformer. Er verbessert die Spankontrolle zusätzlich. Die Werkzeuge besitzen eine positive Schneidengeometrie für geringere Schnittkräfte. Verstärkte Schneidkanten mit negativer Fase ermöglichen lange Standzeiten. „Wir haben dieses Standardwerkzeug ausgebaut und bieten mit Eckenradien von 0,8 bis 2,4 mm ein umfassendes Angebot“, sagt Jonas von Kahlden. Der Einsatz der Dove-IQ-Turn-Werkzeuge hat sich für Wankmüller voll ausgezahlt. „Wir fahren heute den mehr als doppelten Vorschub und konnten die Bearbeitungszeit signifikant verkürzen“, beschreibt Frederic Stantscheff, Fertigungsleiter Drehen. Darüber hinaus hat sich die Standzeit im Vergleich zum vorher eingesetzten Werkzeug deutlich erhöht. „Mit nur einer Schneide können wir bis zu zwei Bauteile bearbeiten. Dies hat die Werkzeug- und Fertigungskosten gesenkt“, sagt Stantscheff. Der CNC-Spezialist arbeitet mit bis zu 70 bar Hochdruckkühlung. „Wir geben hier Vollgas und erzielen stets die gewünschten Resultate.“ Kraftpaket Drehwerkzeug Zudem leisten die Werkzeuge Schwerarbeit. Das Zeitspanvolumen der Dove-IQ-Turn- Version liegt bei 924 cm³/min. Zuvor waren es lediglich 385 cm³/min. Wankmüller fährt mit durchschnittlichen Schnittgeschwindigkeiten von 220 m/min, Vorschüben von 04 Partnerschaftlich zum Ziel (v. l.): Tobias Wankmüller, Geschäftsführer, Dreher Sascha Scheffel, Frederic Stantscheff, Fertigungsleiter Drehen, alle Wankmüller, Florian Weiß, Technik und Verkauf, Iscar-Vertragshändlers Willi Kraus Zerspanungstechnik, und Jonas von Kahlden, Produktspezialist Drehen, Iscar 03 0,7 mm/U und Schnitttiefen bis 6 mm – allesamt Werte, die deutlich über denen des Vorgängers liegen. Verbessert hat sich auch die Entsorgung des abgetragenen Materials. „Die Werkzeuge erzielen Späne in der geeigneten Größe, die sich problemlos abführen lassen. Früher sind lange Reste entstanden, die eine reibungslose Bearbeitung behindert haben und teilweise so sperrig waren, dass der Späneförderer abgeschaltet hat“, weiß Tobias Wankmüller. Großen Wert legt der Geschäftsführer auf eine gute Zusammenarbeit mit den Projektpartnern. „Wir verlieren keine Zeit mit Bauchladengeschäften an der Firmentür. Stattdessen konzentrieren wir uns auf starke Partner wie Iscar“, skizziert er. Eine Kooperation auf Augenhöhe sieht auch Florian Weiß. „Wir besprechen Herausforderungen, ich komme in die Firma und wir suchen gemeinsam nach Lösungen.“ Sehr gut bewertet Tobias Wankmüller auch die Liefertreue. „Wenn die Platten rar werden, geht die Bestellung an Iscar raus, und die Lieferung erfolgt prompt“, sagt er. Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Prozesse mit hohem Spanvolumen schnell und reibungslos erfolgen können. Der persönliche Kontakt und der ständige Erfahrungsaustausch mit Iscar sind für Tobias Wankmüller bedeutende Erfolgsfaktoren – ebenso wie eine gute Betreuung. Und die bewertet er so: „Wir sind mit dem Service von Iscar top zufrieden und können auf die Leistungsfähigkeit der Werkzeuge voll vertrauen.“ Bilder: Iscar www.iscar.de www.derbetriebsleiter.de Der Betriebsleiter 05/2020 9

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