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Der Betriebsleiter 5/2020

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Der Betriebsleiter 5/2020

ABSAUGTECHNIK IST MEHR

ABSAUGTECHNIK IST MEHR ALS NUR GESUNDHEITSSCHUTZ Auch kleine Metallbetriebe können die Gesundheit ihrer Mitarbeiter schützen. Wie die Umsetzung mittels effektiver Absaugtechnik gelingt, zeigt die Fronz Metallbau GmbH aus Baden-Württemberg. Der Zwölf-Mann-Betrieb verzeichnet durch die Luftreinhaltungsmaßnahmen zudem auch positive Effekte auf die Mitarbeitergewinnung und Kundenzufriedenheit. In der Fertigung von Prototypen und Mustern in Stückzahl eins bis zu kleineren Mengen ist die Fronz Metallbau GmbH zuhause. 3-D- Konstruktion, Laserzuschnitte und sogar eine eigene Pulverbeschichtung in Stahl, Edelstahl oder Aluminium vereint der Metallbetrieb aus Asbach in Baden-Württemberg unter einem Dach. Zum Portfolio zählen thermische Verarbeitungsverfahren wie das Schneiden, Schleifen und Schweißen. Ähnlich dürften viele Metallbetriebe quer durch die Republik aufgestellt sein. Auch beim Blick auf die Betriebsgröße ist Fronz Metallbau im deutschen Maßstab wohl höchstens Durchschnitt: zwölf Mitarbeiter, ein Kleinbetrieb in der Metallbearbeitung. Doch beim Blick hinter die Fassade zeigt sich, was auch ein kleiner Betrieb für die Gesundheit seiner Mitarbeiter leisten kann. GEFAHREN FRÜHZEITIG ERKANNT Schon vor mehr als einem Jahrzehnt war dem Metallbetrieb klar, welche immensen Gefahren in Schweißrauch sowie Schneid- und Schleifstaub stecken. Insbesondere bei der thermischen Bearbeitung von Edelstahl entstehen krebserzeugende Gefahrstoffe. Bei der Verarbeitung von Aluminium wird durch die UV-Strahlung des Lichtbogens und die glatten, reflektierenden Oberflächen sogar Ozon freigesetzt. Die Weltgesundheitsorganisation stuft Schweißrauch deshalb als krebserzeugend ein. Vor diesem Hintergrund investierte Fronz Metallbau in den Schutz seiner Mitarbeiter. Während Untertischabsaugungen für Laseranlagen wegen der großen Menge an Gefahrstoffen für eine gute Hallenluftqualität ohnehin unumgänglich waren, erweiterte Fronz Metallbau den Arbeitsschutz mit der Zeit um effektive Absaug- und Filtergeräte mit empfohlenen Punktabsaugungen für Schweißanwendungen. Aktuell ging der Betrieb noch ein Stückchen weiter. Geschäftsführer Michael Schmitt schildert: „Wir haben eine eigene Schleiferei. Darin entstehen Schleifstäube in einer erheblichen Menge, die man nicht so einfach nur am Punkt absaugen kann. Damit sich diese nicht in der gesamten Hallenluft ausbreiten, haben wir das ganze Thema Arbeitsschutz weitergedacht.“ Fronz Metallbau orientierte sich z. B. nicht nur am einzelnen Schweißer, sondern entwarf zusammen mit der Kemper GmbH, einem Hersteller von Absauganlagen und Filtersystemen für die metallbearbeitende Industrie, ein Luftreinhaltekonzept für die gesamte Produktion. Während die am jeweiligen Prozess beteiligten Mitarbeiter ohnehin über den nötigen Arbeitsschutz – wie die Punktabsaugungen für die Schweißer – UMWELTTECHNIK 01 Das Luftüberwachungssystem Air-Watch prüft die Luftqualität und agiert vernetzt mit den beiden CleanAirTowern S16 SUPPLEMENT 1/2020

verfügten, sollten auch Mitarbeiter an umliegenden Arbeitsplätzen den nötigen Arbeitsschutz erfahren. VERNETZTES ARBEITSSCHUTZ-KONZEPT Gesagt, getan: Fronz Metallbau investierte in zwei neue Raumlüftungssysteme, ein Luftüberwachungssystem und ein digitales Monitoring. Das Luftüberwachungssystem AirWatch von Kemper prüft permanent die Luftqualität und erfasst dank hochsensibler Sensorik dabei einzelne Feinstaubpartikel bereits ab einer Größe von 0,1 µm. Im Eingangsbereich der Produktion integriert, zeigt das System für alle Mitarbeiter gut sichtbar permanent den Stand der Luftqualität in einer übersichtlichen Ampelanzeige an. „Weil wir die Raumlüftungssysteme einsetzen, steht die Anzeige seit Inbetriebnahme permanent auf Grün“, betont Schmitt. AirWatch und die CleanAirTower von Kemper agieren dabei vernetzt. Die mit Grenzwerten hinterlegte Software steuert die Raumlüftungssysteme auf Grundlage der erfassten Feinstaubdaten automatisch. Schon lange bevor eine Überschreitung droht, fährt das System die Raumlüftungssysteme automatisch hoch und die Luft wird gereinigt. Die CleanAirTower agieren nach dem von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall empfohlenen Schichtlüftungsprinzip. Dabei saugt das System die aufgrund ihrer Thermik aufsteigenden Gefahrstoffe in der Hallenluft in einem 360°-Radius in einer Höhe von etwa 3,5 m an. Die Systeme sind in der Lage, selbst ultrafeine Partikel zu mehr als 99,9 % abzuscheiden. Die gereinigte Luft tritt in Bodennähe impulsarm wieder in die Halle ein. Die relevanten Daten zur Luftqualität laufen permanent in einer App ein. Mit seinem PC, Tablet oder Smartphone ist Geschäftsführer Michael Schmitt in der Lage, die Hallenluftqualität jederzeit von überall zu kontrollieren. VERTRAUEN IN DEN ARBEITGEBER Seitdem Fronz Metallbau das vernetzte Arbeitsschutz-Konzept von Kemper umsetzt, hat sich die Hallenluftqualität nochmals deutlich verbessert. „Diese Rückmeldung geben uns unsere Mitarbeiter eindeutig. Und auch das Echtzeit-Monitoring belegt die bessere Luftqualität“, so Michael Schmitt. Bei allen Maßnahmen stehen für den Fronz-Geschäftsführer seine Mitarbeiter an erster Stelle. Denn nur gesunde Mitarbeiter seien produktive Mitarbeiter. So schaffe die optische Signalwirkung durch die Ampel des Luftüberwachungssystems AirWatch zusätzliches Vertrauen bei der Belegschaft in Fronz Metallbau als Arbeitgeber. Und nicht nur bei den eigenen Mitarbeitern, auch bei der Gewinnung neuer Fachkräfte sieht Schmitt Vorteile durch den umfassenden Arbeitsschutz. Das Thema berühre heute potenzielle Bewerber in zunehmendem Maß. „Jeder, der sich bei uns bewirbt, schaut sich auch unsere Produktion an“, sagt Schmitt. „Schweißer wollen heute 02 Die von AirWatch ermittelten relevanten Daten zur Luftqualität laufen permanent in einer App ein wissen, in welchem Umfeld sie arbeiten. Und jeder Betrieb sollte wissen, wie schwer man an gutes Personal kommt.“ Alleine vor diesem Hintergrund verstehe er nicht, wie manche Arbeitgeber den Schutz ihrer Mitarbeiter vernachlässigen. Eine saubere Hallenluft ist für Fronz Metallbau ein absolutes Plus für die Mitarbeitergewinnung. Darum bindet der Betrieb das Thema auch konsequent in seine Kommunikation ein und produziert z. B. Recruitingvideos über die Arbeitsschutzmaßnahmen in seinem Betrieb. Fotos: Fronz Metallbau www.kemper.eu LUFTQUALITÄT STETS IM BLICK Das Luftüberwachungssystem AirWatch prüft permanent die Luftqualität und erfasst dank hochsensibler Sensorik einzelne Feinstaubpartikel bereits ab einer Größe von 0,1 µm. In einer übersichtlichen Ampel zeigt das System gut sichtbar permanent den Stand der Luftqualität an. AirWatch agiert vernetzt mit den CleanAirTower-Raumlüftungssystemen. Die mit Grenzwerten hinterlegte Software steuert die Raumlüftungssysteme auf Grundlage der erfassten Feinstaubdaten automatisch. Schon lange bevor eine Überschreitung droht, fährt das System die Raumlüftungssysteme automatisch hoch und die Luft wird gereinigt. Ein Piiiiieeeep für mehr Sicherheit. Bei ausgelaufenen Gefahrstoffen minimiert eine frühzeitige Reaktion Ihr Unfallrisiko, Gesundheitsgefahren, Folgekosten und rechtliche Konsequenzen. SpillGuard® – das weltweit erste autarke Warnsystem für gefährliche Leckagen. www.denios.de/ my-spillguard Mit Zulassung für ATEX Zone 1 DENIOS | kostenlose Fachberatung: 0800 753-000-2

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