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Der Betriebsleiter 4/2020

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Der Betriebsleiter 4/2020

DATENMANAGEMENT 4.0 I

DATENMANAGEMENT 4.0 I SPECIAL Die USB-Schnittstelle der Automation IO-Link als Basis für eine praktikable Realisierung von Industrie 4.0 Verfügbare Daten erheben und nutzen: Es ist keine Option, sondern ein Muss, das Gold des 21. Jahrhunderts zu schürfen, darüber herrscht in der Industrie längst Konsens. Unternehmen sind gefordert, herauszuarbeiten, wie sie dies im konkreten Fall tun. Die Frage lautet: Wie kann Industrie 4.0 gelebte Realität werden? IoT-Expertin Dr. Myriam Jahn, CEO der Q-loud GmbH, hat Antworten. Als Voraussetzung für Industre 4.0 in der Industrie gilt das Verschmelzen der Automatisierungs- (OT) mit der IT-Ebene. Damit einher gehen offene Architekturen und Plug-&-Play-Funktionen für den Shop- Floor – ein Szenario, das in aller Regel weit entfernt ist von der mittelständischen Realität. Bis heute preisen Analysten, Berater und andere Experten darüber hinaus die „Disruption“ als Königsweg. Doch dieser Rundumschlag ist allzu häufig weder wirtschaftlich noch praktikabel. Es braucht vielmehr einen Weg der kleinen Schritte mit Technologien, die aus den vorhandenen Sensoren und Aktuatoren Daten erheben und übertragen können – und zwar möglichst einfach und ohne Kostensteigerung. Genau hierfür dient IO-Link – eine Schlüsseltechnologie, die an der Basis, den Sensoren und Aktoren, ansetzt – damit die men die ermittelten Werte?) und Diagnosedaten (Funktioniert die überwachte Einheit noch?) der vernetzten Devices liefert wertvolle Erkenntnisse – und zwar zu einem Bruchteil des bisherigen Preises für eine vergleichbare Schnittstellenprogrammierung. So lässt sich beispielsweise der Zeitpunkt des nächsten Maschinenausfalls ableiten, der Energieaufwand für die Produktion oder die konkreten Prozessparameter, die zur optimalen Qualität führen. Nicht zuletzt optimieren auf der ermittelten Datenbasis immer mehr Unternehmen ihre Rüstzeiten. In Zeiten immer schnellerer Produktlebenszyklen bei gleichzeitig immer individuelleren Kundenwünschen ein entscheidender Zeit-, Kosten- und Wettbewerbsfaktor. Fazit Zweifelsohne werden in Zukunft immer kompliziertere und dynamischere Algorithmen bis hin zur künstlichen Intelligenz (KI) möglichst viele Rohdaten aus der IO-Link- Welt verlangen. Auch der zunehmende Einsatz von datenintensiverer Sensorik, wie z. B. Schwingungs- oder Bildsensorik, vergrößert die Datenmengen bis hin zum kontinuierlichen Datenstrom. Die Aufgaben, die daraus resultieren, löst IO-Link natürlich nicht alleine. Erst im Zusammenspiel mit Edge Computing und hochverfügbaren, sicheren Cloud-Architekturen entstehen leistungsfähige Industrie-4.0-Szenarien. Die Aufgabe der so dringend benötigten USB-Schnittstelle für die Industrie erfüllt IO-Link aber zweifellos. Und damit gilt er auch zurecht als Schlüsseltechnologie. Zeit, den ersten Schritt zu machen! Bild: Q-loud www.q-loud.de Im Zusammenspiel von IO-Link mit Edge Computing und Cloud- Architekturen entstehen leistungsfähige Industrie 4.0-Szenarien IT-Welt die erhobenen Daten aus der OT leicht interpretieren kann. Sie ist der passende Industrie-4.0-Enabler, der seit gut einem Jahrzehnt zur Verfügung steht und immer öfter als USB-Schnittstelle der Automation bezeichnet wird. Doch kann IO-Link dem Vergleich mit dem Standard im Rechnerumfeld wirklich standhalten? Wertvolle Daten von Datenmüll trennen Unbedingt! Denn IO-Link-Sensoren und -Aktoren ersetzen herkömmliche, ohne für die Automatisierungswelt eine Änderung herbeizuführen. Sie generieren jedoch wesentlich mehr Daten als ihre Vorgänger, weil sie nicht nur für die OT arbeiten. Im Zusammenspiel mit Gateways, die nicht nur zur Anlagensteuerung, sondern auch in die IT- Welt verbinden, ermöglicht IO-Link das Er- heben aller relevanten Datentypen sowie deren Transport über die Ebene der Automatisierungspyramide hinweg bis in die Cloud – und zwar hersteller-, bus- und branchenunabhängig. Im Bottom-up-Verfahren lassen sich sämtliche Paramater über IO-Link-Master-Gateways auslesen und bei Bedarf an eine Datenbank weiterreichen. Die Interpretation der Daten, die insbesondere für die Datenschürfer im IT- Umfeld von höchster Wichtigkeit ist, geschieht durch die IO-Link-Device-Description (IODD), die zu jedem IO-Link-Gerät im Internet steht. Das macht IO-Link zu einer Datenmine, in der auch ein IT-Mitarbeiter ohne OT-Kenntnisse wertvolle Daten von Datenmüll trennen kann. Der Nutzen? Allein die Erhebung der Identifikations- (Wer bin ich?), Parameter- (Was mache ich?), Prozess- (Welchen Verlauf neh- 01 Dr. Myriam Jahn, CEO, Q-loud GmbH (ein Unternehmen der QSC AG) 42 Der Betriebsleiter 04/2020 www.derbetriebsleiter.de

VORSCHAU IM NÄCHSTEN HEFT: 5/2020 ERSCHEINUNGSTERMIN: 29. 04. 2020 • ANZEIGENSCHLUSS: 14. 04. 2020 01 02 03 01 Cobot macht Flugzeug-Endmontage produktiver und zugleich ergonomischer (Bild: Tox Pressotechnik) 04 02Betriebseinrichtung: mehr Planungssicherheit mit modularen Konzepten (Bild: Hoffmann Group) 03 Schrupp-Drehwerkzeuge bringen starke Leistung in der Schwerzerspanung (Bild: Iscar) 04 Ergonomischer Steharbeitsplatz für die Industrie (Bild: RK Rose+Krieger) Der direkte Weg (Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten) Internet: www.DerBetriebsleiter.de E-Paper: digital.derbetriebsleiter.de Redaktion: m.laun@vfmz.de Werbung: sales@vfmz.de soziale Netzwerke: www.Facebook.com/DerBetriebsleiter www.twitter.com/Der_Betriebslei www.derbetriebsleiter.de Der Betriebsleiter 04/2020 43

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