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MY FACTORY 4/2021

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MY FACTORY 4/2021

SMART PRODUCTION 02 Zu

SMART PRODUCTION 02 Zu den Unternehmen, die diese Low-Cost-Lösungen anbieten, zählt igus. Der Kölner motion-plastics-Spezialist betreibt einen Geschäftsbereich namens Low-Cost-Automation (LCA). Hier baut das Unternehmen anschlussfertige Linear-, Delta- und Gelenkarmroboter. Hinzu kommen der Getriebebaukasten Apiro sowie verschiedene Steuerungen. Mittels der modularen Automationslösungen kann der Anwender sich seine Lösung individuell zusammenstellen. Es gilt build or buy: Es können komplette Robotiklösungen erworben werden oder auch nur einzelne Baugruppen. Individualität ist hier das Stichwort, jede Maschine sieht anders aus und hat ihre spezifischen Eigenschaften und Bedürfnisse, deshalb muss sich auch die Automatisierung anpassen. 03 02 Mithilfe der Online-Plattform RBTX können sich Anwender ihre komplette Automationslösung inklusive Greifer, Kamera und Steuerung zusammenstellen, dabei passen alle Komponenten zu 100% zusammen 03 Igus arbeitet derzeit an einem Gelenkarm mit sechs Freiheitsgraden, der noch mehr Flexibilität in die Robotik bringt WAS HEISST HIER LOW-COST? Kostengünstig sind die Produkte, da igus die Anzahl metallischer Komponenten reduziert. Viele Teile, die sich bewegen, bestehen aus Hochleistungspolymeren, tribologisch derart optimiert, dass sie langlebig, leicht und schmiermittelfrei sind und somit keine Wartung benötigen. „Wir können Komponenten, die bisher auf dem Markt in metallischer Form vorliegen, im Spritzguss aus Hochleistungskunststoff herstellen“, erklärt Alexander Mühlens, Leiter Automatisierungstechnik bei igus. „Dadurch erreichen wir einen Preisvorteil und können unsere Roboter kostengünstig anbieten.“ Doch was bedeutet Low-Cost konkret? „Wir verstehen unter diesem Begriff Lösungen, die sich innerhalb eines kurzen Zeitraums amortisieren, spätestens nach einem Jahr“, so Mühlens. Er verdeutlicht: „Wenn eine Montagezelle zwischen 20 000 und 30 000 Euro kostet, sollte der Preis für den Low-Cost-Roboter zwischen 5 000 und 7 000 Euro liegen.“ Somit ist es möglich, Roboter auch dort einzusetzen, wo die Automatisierung mithilfe teurer und komplexer Industrierobotersysteme bisher zu unrentabel war: etwa bei kleinen Unternehmen oder in kleinen Teilautomatisierungen, um manuelle monotone und oftmals fehleranfällige Arbeitsschritte zu automatisieren – unter anderem das Einsortieren von Bauteilen und den berühmten Griff-in-die-Kiste. Die Low-Cost-Komponenten aus Köln kommen aber auch bei großen OEMs zum Einsatz, in Bereichen mit beschränkten Budgets. Ebenso wie bei Herstellern von Verkaufsautomaten, Dreh- und Fräsanlagen und fahrerlosen Transportsystemen, die Gewicht und Kosten sparen wollen. Und nicht zuletzt im Lebensmittel- und Medizinbereich, da die Komponenten ohne Schmierstoffe auskommen. Doch es gibt auch Grenzen. So erreichen Low-Cost-Roboter aufgrund des Werkstoffs Kunststoff nicht die Traglast, Präzision und Steifigkeit von handelsüblichen Industrierobotern. Gewichte über 10 Kilogramm sind mit Low-Cost-Robotern noch nicht tragbar. Einen Schweißroboter in der Automobilindustrie kann ein Low-Cost-Roboter daher noch nicht ersetzen, jedoch kann er an einer Maschine Teile einlegen, Klebeprozesse übernehmen, Kameras positionieren und vieles mehr. DIE INBETRIEBNAHME AUF DAS WESENTLICHE REDUZIEREN UND KOMPLEXITÄT MINIMIEREN igus entwickelt kontinuierlich Komponenten für das Low-Cost- Portfolio. Dazu zählt die igus Robot Control – eine kostenlose 12 MY FACTORY 2021/04 www.myfactory-magazin.de

SMART PRODUCTION Roboterarme, Steuerungen, Software und Zubehör, und das alles zu Preisen, die weit niedriger sind als klassische Industrielösungen: igus sieht in Low-Cost-Robotics einen Wachstumsmarkt. „Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen nutzen Low- Cost-Robotics, um mit geringen Investitionen in ihre Wettbewerbsfähigkeit zu investieren. Einstiegslösungen befinden sich jetzt schon in einem unteren Preisbereich, sodass Unternehmen erst die Roboter kaufen und dann Anwendungen in ihrem Unternehmen angehen. So kann jetzt Erfahrung gesammelt werden. In jedem Betrieb gibt es kleine Teilbereiche, die sinnvoll automatisiert werden können“, so Mühlens abschließend. „Um das Investitionsrisiko weiter zu senken, arbeiten wir jeden Tag daran, unsere Roboter zu noch günstigeren Preisen anbieten zu können. Der 5-Achs-Gelenkarm der Baureihe robolink kostet derzeit noch 5 000 Euro inklusive Steuerung. Wir arbeiten momentan an einem 6-Achs-Gelenkarm, der zusammen mit der Steuerung für unter 2 000 Euro angeboten werden soll.“ UNSERE ROBOTER KOMMEN DORT ZUM EINSATZ, WO AUTOMATISIERUNG MITHILFE KOMPLEXER INDUSTRIE- ROBOTERSYSTEME BISHER ZU UNRENTABEL WAR. Alexander Mühlens, Leiter Automatisierungstechnik bei igus Steuerungssoftware für alle Roboter-Kinematiken des Unternehmens, darunter die Deltaroboter, die robolink Gelenkarmroboter und die drylin Portale. Das Programm ist konzipiert für Betriebe, die automatisieren wollen, aber über wenig Programmierer- Ressourcen verfügen. Die Komplexität der Software ist derart reduziert, dass selbst Laien nach kurzer Einarbeitungszeit Bewegungen des Roboters festlegen können. Möglich wird diese intuitive Steuerung durch einen digitalen Zwilling. Der Anwender kann die Bewegungsbahnen des virtuellen Roboters mit wenigen Klicks und ohne Programmierkenntnisse festlegen. Ebenso einfach kann er in der Software Endeffektoren wie Greifer und virtuelle Boxen hinzufügen, um Kollisionen des Roboters mit Maschinenbauteilen zu verhindern. „Bisher am Markt verfügbare Steuerungen sind sehr komplex. Sie besitzen viele Funktionen, die Einarbeitungszeit voraussetzen, für die Programmierung von Low-Cost-Robotern aber überqualifiziert sind. Mit der igus Robot Control sparen Betriebe Kosten bei der Inbetriebnahme von Robotern ein und machen sich von Integratoren unabhängiger“, sagt Alexander Mühlens. Zudem können Interessenten Automationslösungen vor dem Kauf mithilfe der Software simulieren und testen. Nach erfolgreicher Simulation kann der Kunde dann beispielsweise für einen drylin Linearroboter mit integrierter Steuerung im Schaltschrank die Summe von 5 000 Euro investieren – ein Bruchteil vom Preis klassischer Industrieroboter. EIN STARK WACHSENDER MARKT Bilder: igus ww.igus.de UNTERNEHMEN igus GmbH, Spicher Str. 1a, 51147 Köln, Tel.: +49 2203 9649 0, E-Mail: info@igus.net ZUSATZINHALTE IM NETZ bit.ly/37EYop6 ROBOTER MIT WENIGEN KLICKS ZUSAMMENSTELLEN Um die Automation in mittelständischen Unternehmen zu unterstützen, hat igus 2019 RBTX.com ins Leben gerufen – einen Online-Marktplatz, der Hersteller von Low-Cost-Robotics an einen Tisch bringt. Mithilfe eines Konfigurators stellen sich Anwender im Internet eine Automationslösung zusammen. Das elektro-mechanische Grundgerüst bilden dabei drei igus Kinematiken oder auch Roboter-Kinematiken anderer Hersteller. Erweitern lässt sich diese Basis um Einzelkomponenten verschiedener Hersteller, etwa Kameras, GUIs, Gripper, Power Electronics, Motoren, Sensoren und Steuerungen. Um die Kompatibilität muss sich der Anwender dabei keine Sorgen machen. Ingenieure haben alle Komponenten miteinander kombiniert, sodass ein reibungsloses Zusammenspiel gewährleistet ist. www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2021/04 13

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