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MY FACTORY 3/2021

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MY FACTORY 3/2021

INTRALOGISTIK TOUCH THE

INTRALOGISTIK TOUCH THE FUTURE DIGITALISIERUNG FÜR EINE ZUKUNFTSFÄHIGE INTRALOGISTIK Die aktuelle Krise gilt als einer der wesentlichen Faktoren für den Digitalisierungsschub, der gerade in vielen Branchen stattfindet. Werfen wir einen Blick auf die Prozesse der Intralogistik, ist diese Entwicklung bereits seit längerem zu beobachten. Eine wesentliche Rolle hierbei spielt die Kommissionierung und damit der Einsatz kapazitiver Sensortaster. Die Intralogistik dient als wesentlicher Indikator dafür, wie Unternehmen den Herausforderungen durch die Pandemie begegnen. Aufgrund der Corona-Krise waren die Lieferketten vielerorts zeitweise unterbrochen oder der Warenverkehr verlangsamt. Verzögerungen bei kritischen Warenlieferungen aus Fernost – etwa von Schutzmasken oder Beatmungsgeräten – sowie Quarantänemaßnahmen in den Produktionsstätten der Zulieferer brachten die Just-in-Time- Fertigung mitunter ins Stocken. Das hatte Verzögerungen in der Produktion zur Folge und führte zu Lieferschwierigkeiten, die dann ein Wettbewerber mit seinen Produkten auffangen konnte. Als Konsequenz daraus haben viele Unternehmen ihre lokalen Warenbestände ausgeweitet, bestehende Kapazitäten erhöht oder gar neue Lagerhäuser gebaut. Ziel ist es, künftige Schwankungen in der Logistik und Herstellung aufzufangen. 42 MY FACTORY 2021/03 www.myfactory-magazin.de

INTRALOGISTIK DIGITALISIERUNGSPROJEKTE VORANBRINGEN Dies alles wird aber ohne eine zunehmende Vernetzung in der Intralogistik nicht möglich sein. So dürfen einzelne Subsysteme keine Insellösung für sich darstellen. Sie könnten sonst die Abbildung des Ist-Zustands dahingehend behindern, dass sie zwar Statusänderungen erfassen, diese aber nicht rechtzeitig oder nicht im richtigen Format weitermelden. Naturgemäß sind in Industrie-4.0-Umgebungen viele verschiedene Systeme unterschiedlicher Anbieter involviert, von denen einige ihre eigenen Standards anwenden. Aus diesem Grund ist in der Intralogistik eine gemeinsame Plattform gefragt. Captron hat sich bereits an der Working Group „Intralogistics“ der Open Industry 4.0 Alliance beteiligt. Eines der Ziele der Vereinigung besteht darin, Projekte zur Digitalisierung von Produktionsprozessen zu unterstützen, deren Umsetzung zu erleichtern und bestehende komplexe IT-Umgebungen zu öffnen. VON PICK-BY-PAPER ZU BILDGEBENDEN VERFAHREN Besonders deutlich lässt sich der Trend zur Digitalisierung bei der Kommissionierung nachvollziehen, die einen zentralen Bestandteil der Intralogistik darstellt. Lange Zeit war das relativ rudimentäre Verfahren Pick-by-Paper im Einsatz. Dabei handelt es sich um die Verwendung gedruckter Auftragszettel, die soge- nannte Picklisten enthalten. Diese zeigen an, welche Produkte der Kommissionierer wo entnehmen soll. Die Methode war allerdings schwer zu skalieren, zudem langsam und fehleranfällig. Außerdem ließ sich an der Stelle, an der von Hand kommissioniert wurde, lediglich ein Anfangs- und Endbestand feststellen, der sich aus der Zulieferung und Nachbestellung der Komponenten ergab. Dazwischen war es schwierig, den aktuellen Bestand abzusehen und folglich haben Kommissionierer mehr Komponenten aus dem Lagerbestand entnommen als notwendig. Ein Fortschritt war daher die Weiterentwicklung zum Pick-by- Barcode-Verfahren. Hier verwendet der Kommissionierer einen Barcode-Scanner, lokalisiert und identifiziert das Produkt. Mit jedem Scan werden die Bestandsinformationen automatisch im IT-System aktualisiert. Allerdings bremste die komplizierte Handhabung des Barcode-Lesers den Arbeitsfluss. Die nächste Stufe war daher die Einführung der Pick-by-Voice-Methode. Der Kommissionierer kann sich hierbei frei bewegen und erhält seine Anweisungen per Headset. Eine Spracherkennung erfasst die mündlich durch den Kommissionierer gesprochene Bestätigung. Dabei können jedoch fehlerhafte Übertragungen aufgrund von Umgebungsgeräuschen oder durch unzuverlässige Funkabdeckung entstehen. Viele Unternehmen greifen daher auf Pickby-Vision zurück, bei dem der Mitarbeiter seine Anweisungen mittels Datenbrille erhält. Allerdings ist auch diese Möglichkeit wegen des Gewichts der Brille und der kleinen Projektionsfläche sowie der technischen Fehleranfälligkeit nicht ideal. www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2021/03 43

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