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MY FACTORY 10/2021

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MY FACTORY 10/2021

BETRIEBSTECHNIK DIE

BETRIEBSTECHNIK DIE ZUKUNFT HAT BEREITS BEGONNEN PROFESSIONELLE REINIGUNGSTECHNIK 4.0 Nicht nur Produktionsabläufe sind von der allgegenwärtigen Digitalisierungswelle erfasst, auch umgebende Prozesse wie etwa die Betriebsreinigung werden immer mehr einbezogen. Welche betriebswirtschaftlichen Chancen und Zukunftsaspekte die Digitalisierung hier bereithält, beleuchtet der renommierte Reinigungsgerätehersteller Nilfisk. Der Einsatz vernetzter Reinigungstechnologie versetzt Unternehmen in die Lage, erhebliche wirtschaftliche Mehrwerte zu realisieren – von geringeren Prozesskosten bis hin zur besseren Ressourcennutzung. Im Vordergrund stehen dabei autonome Lösungen, also Maschinen, die aufgrund vernetzter Datenintelligenz sowie innovativer Steuerungs- und Sicherheitstechnologien ihre Arbeit selbstständig verrichten. Der Automatisierungsfokus liegt dabei aktuell auf der Bodennassreinigung, die über batteriebetriebene Maschinen wie das von Nilfisk angebotene Modell Liberty SC50 mit dem Partner Carnegie Robotics umgesetzt werden – sei es zyklisch in definierten Mustern oder auch ad-hoc. In Zukunft wird sich das autonome Leistungsspektrum jedoch sicher auf eine Vielzahl an Reinigungsaufgaben und Interaktionen ausweiten. Denn vernetzte Reinigungsgeräte werden es ermöglichen, die Reinigungspläne an das Produktionsgeschehen anzupassen, Leistungsberichte in Echtzeit zu senden und den Betreiber zu benachrichtigen, wenn eine Wartung erforderlich ist. Analog zu den Konzepten von Industrie 4.0 werden in der Reinigungstechnik ganzheitliche digitale Ökosysteme entstehen, die von einem Echtzeit-Netzwerk aus Geräten, Systemen, Anlagen und kognitiven Computerapplikationen angetrieben, gesteuert und überwacht werden. Als Top-Player der Reinigungsbranche rechnet Nilfisk in den nächsten fünf bis sieben Jahren mit einem Umsatzanteil von zehn Prozent für autonome Lösungen. 32 MY FACTORY 2021/10 www.myfactory-magazin.de

BETRIEBSTECHNIK FAKTOR MENSCH Der Fachkräftemangel ist heute wie morgen eine ernste Bedrohung für die Produktivität vieler Betriebe. Auch die Reinigungsbranche sieht sich diesem Dilemma gegenüber. Egal ob Eigenoder Fremdreinigung, viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, immer mehr Aufgaben mit gleichbleibender Mannschaftsstärke zu bewältigen – und das bei steigenden Auflagen in Sachen Hygiene und Arbeitssicherheit. Eine Automatisierung der Arbeitsabläufe mithilfe intelligenter Reinigungskonzepte wird hier ganz neue Perspektiven hinsichtlich Arbeitsproduktivität, -flexibilisierung und attraktiver Gesamtbetriebskosten eröffnen. Die Idee: Autonome Lösungen können als leistungsstarkes Teammitglied die Belegschaft effektiv entlasten – vor allem wenn es um wiederkehrende Reinigungsmuster geht. Auf diese Weise werden menschliche Ressourcen frei, die komplexere Aufgaben übernehmen können. Unternehmen, die sich im Zuge dessen mit der Anschaffung einer autonomen Lösung beschäftigen, sollten ein besonderes Augenmerk auf die Faktoren Prozesssicherheit und Einsatzflexibilität legen. Um diese Aspekte aus technologischer Sicht zu garantieren, wurde beispielsweise die Liberty SC50 mit einer Kartierungstechnologie namens „SLAM“ (Simultaneously Localizing And Mapping) ausgestattet. Sie erlaubt es, die Reinigungsmuster während der Fahrt zu erfassen und gleichzeitig zu kartieren. Der Anwender fährt mit der Maschine den oder die gewünschten Weg(e) ab, wobei die SC50 automatisch Blaupausen des Raums erstellt. Diese Kartierungsmethode ist auch Grundlage für eine neuartige Hinderniserkennung sowie die „Go-Around“- Funktion. Hier erfasst die Maschine beliebige Hindernisse bis zu einer Entfernung von 25 Metern und erstellt automatisch einen sicheren Go-Around-Pfad. Tritt das Hindernis plötzlich auf, stoppt die Maschine und bestimmt den sichersten Weg. Bei „zu nahen“ oder sich annähernden Hindernissen ist die Liberty SC50 zudem in der Lage, die beste Vorgehensweise selbstständig zu ermitteln und anzuwenden: umfahren, verlangsamen oder stoppen. Dank dieser Prozesssicherheit verfügt sie als erste Lösung ihrer Art über die international verpflichtenden Sicherheitszertifikate des American National Standards Institute (ANSI) und der Canadian Standards Association (CSA). DOKUMENTATION UND INVESTITION Dank der wachsenden Digitalisierung schrumpft die Welt zu einem Dorf. Und so ist es nicht verwunderlich, dass selbst kleinere, mittelständische Unternehmen ihre Prozesse an den Vorgaben globalisierter Märkte auszurichten haben. Ganz oben auf der Agenda stehen internationale Normen und Prozessstandards aus den Reihen von ISO, HACCP & Co. Aber auch die Anforderungen der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) bereiten Betrieben unterschiedlichster Branchen Kopfzerbrechen. Ein Faktor, der allen Gremien am Herzen liegt, ist die Dokumentation sämtlicher qualitäts- und sicherheitsrelevanter Produktions- bzw. Prozessschritte entlang der Wertschöpfung. Diese Nachweispflicht wird in vielen Bereichen noch immer stiefmütterlich behandelt – sei es über Laufkarten, Listen oder Aushänge. Die Möglichkeiten der Vernetzung und Digitalisierung bieten auch hier eine effiziente, zukunftsorientierte Alternative: Über Fleet-Management-Systeme lassen sich alle durchgeführten Reinigungsarbeiten lückenlos dokumentieren. Das Prinzip: Auf Basis eines verschlüsselten GPS-Netzwerks empfängt die Anwendung alle maschinenbezogenen Daten in Echtzeit und stellt diese in einem intuitiv zu bedienenden Web-Portal grafisch dar. Damit können viele Fragen rasch geklärt werden: Sind alle 01 01 Intuitive Programmierung, einfache Bedienung und nachverfolgbare Leistungsdaten kennzeichnen die Reinigungsmaschine vom Typ Liberty – im Bild das Modell SC 50 02 Vernetzte Reinigungsgeräte ermöglichen es u.a., die Reinigungspläne an das Produktionsgeschehen anzupassen – im Bild das autonome Modell SC60 02 Maschinen in Betrieb oder nicht? Wo stehen die Maschinen? Wann und wie lange wurden die Geräte benutzt? Erfolgte die Reinigung in den definierten Bereichen gemäß Arbeitsplan? Welche Areale wurden in welcher Zeit (tatsächlich) bearbeitet? Welche Maschinen kamen dabei wo zum Einsatz? Gab es Störungen oder Besonderheiten im Arbeitsablauf? Das Ergebnis: Was vormals in manuellen Dokumentationen zeitaufwändig erarbeitet wurde, kann künftig automatisiert durch den Einsatz entsprechender Soft- und Hardwaretechnologien vonstattengehen. VON GERINGEREN PROZESSKOSTEN BIS ZU BESSERER RESSOURCEN- NUTZUNG: VERNETZTE REINIGUNGSTECHNOLOGIE BRINGT MEHRWERTE Neben der Erfüllung aller Nachweispflichten geben Fleet- Management-Systeme detaillierte Einblicke in das Ressourcenund Zeitmanagement sowie das richtige Setting des Maschinenparks. Gerade letzteres ist in Zeiten von Lean Management, Lean Production und Standortdezentralisierung unerlässlich. Die Softwareanwendungen sind dabei nicht nur wichtige Inputgeber bei der Analyse und Überwachung der Kapitalbindung. Sie legen darüber hinaus den Grundstein für neue Geschäftsmodelle in der gebrauchsabhängigen Nutzung von Reinigungstechnik (Pay-Per- Hour-Modelle). www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2021/10 33

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