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MY FACTORY 1/2021

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MY FACTORY 1/2021

KOMMENTAR DIE TÜCKEN

KOMMENTAR DIE TÜCKEN DER DIGITALISIERUNG IM MASCHINENBAU Der Maschinenbau gilt als innovativ und konservativ zugleich. Dieser scheinbare Widerspruch wird deutlich am aktuellen Stand von Digitalisierungsprojekten. Maschinenbau-Unternehmen sind in ihrem Metier erfindungsreich, hochkompetent und erfolgreich, aber zögerlich und unentschlossen bei der konsequenten Konzipierung von Digitalisierungsprojekten. Denn während die Produktpalette auch dank digitaler Innovationen technisch weltweit führend ist, fehlt für die Einbindung digitaler Tools in die Prozesssteuerung häufig ein Masterplan, in dem die Ziele und Maßnahmen definiert werden, die tatsächlich auf den Unternehmenserfolg einzahlen. Die Dringlichkeit dieser Thematik ist bei den Unternehmen erfreulicherweise angekommen. Das zeigen auch die Ergebnisse der von Inform durchgeführten Studie „Trendreport 2020 für den Maschinen- und Anlagenbau: Eine zukunftssichere Branche in Deutschland?“ (1). Danach ist für über die Hälfte der Unternehmen die Digitalisierung ein wirtschaftlich höchst relevantes Thema. Termintreue und Liefergeschwindigkeit gehören zu den häufigsten FÜR DIE EINBINDUNG DIGITALER TOOLS IN DIE PROZESS STEUERUNG FEHLT HÄUFIG EIN MASTERPLAN Themen, bei denen Betriebe mit dem Wettbewerb aus Fernost nicht mithalten können. Entsprechend waren auch 62 Prozent der befragten Unternehmen mit ihrer eigenen Produktionsplanung unzufrieden. Deshalb investieren sie in die Digitalisierung, doch leider oft nicht zielführend, sondern an der falschen Stelle. Das muss man natürlich im Kontext sehen: Viele Maschinenbauer sind Technologieführer auf ihrem Gebiet und haben eindrucksvolle digitale Innovationen in ihren eigenen Produkten umgesetzt. Die Produktionsplanung bleibt aber primär manuell mit vielen Excel- Tools rund ums ERP verhaftet. Nehmen wir als Beispiel Pufferzeiten, also die Zeiten, in denen ein Werkstück vor den Maschinen liegt, an denen es bearbeitet werden soll. Die Pufferzeiten sind gewöhnlich als grobe Schätzungen im ERP-System hinterlegt, aber in der Realität weit davon entfernt. Mittels eines eigens dafür aufgesetzten digitalen Zwillings und Sensorik lässt sich rückwirkend nachverfolgen, wie hoch die Pufferzeit tatsächlich gewesen wäre. Effektiv bewirkt dieses Wissen aber gar nichts, da der Maschinenbau normalerweise in Einzel- und Kleinserienfertigung produziert und sich genau dieser Prozess nicht noch einmal wiederholen wird. Auf das eigentliche Ziel, die Durchlaufzeiten zu verkürzen und die Termintreue zu erhöhen, zahlt der digitale Zwilling also nicht ein. Das Bewusstsein für Digitalisierung ist also vorhanden, es hapert jedoch bei der Umsetzung in der Praxis. Digitalisierungsprojekte werden oft als Ad-hoc-Maßnahmen für singuläre, abteilungsspezifische Probleme aufgesetzt, ohne Bezug zu einer koordinierten, übergeordneten Strategie. Ich plädiere dafür, Digitalisierungsprojekte daraufhin abzuklopfen, ob sie wirklich die gewünschten Ziele bedienen. Bei den ANDREAS GLADIS Geschäftsbereichsleiter Produktion beim Aachener Optimierungsspezialisten INFORM genannten Herausforderungen heißt das zum Beispiel, die Produktionsplanung zu digitalisieren, damit man beim nächsten Aufschwung wieder vorne mitmischen kann. Das lässt sich beispielsweise durch mathematische Algorithmen erreichen, die Zugriff auf die ERP-Daten haben. Statt also nur Teilbereiche des Fertigungsprozesses zu digitalisieren, kann die Produktionssteuerung den gesamten Wertschöpfungsprozess von Einkauf über Fertigung und Montage bis hin zur Auslieferung steuern, optimieren und kontrollieren. So ist es im Zusammenspiel mit entsprechend geschulten Mitarbeitern gelungen, unternehmenskritische KPIs wie die Termintreue, die oft jahrelang bei unbefriedigenden 50 bis 60 Prozent lag, auf 80 oder 90 Prozent zu steigern. (1) Die vollständige Studie steht hier zur Verfügung: www.inform-software.de/produkte/felios/trendreport-maschinenbau Bild: INFORM www.inform-software.de 34 MY FACTORY 2021/01-02 www.myfactory-magazin.de

SMART PRODUCTION BREITES SCARA-SPEKTRUM FÜR ALLE ANWENDUNGEN Anzeige Mit der Einführung der TS2 SCARA- Baureihe setzte Stäubli einen Meilenstein in der Robotikentwicklung. Diese Vierachser ermöglichen kürzeste Taktzeiten sowie ein wegweisendes Hygienedesign. Sie sind modular aufgebaut, verfügen über die bewährte Stäubli JCS-Antriebstechnik. Diese Technologie ist der Schlüssel für den enormen Performancezugewinn der TS2-Vierachser. Sie ermöglichte dank Hohlwellentechnologie ein einzigartiges Reinraumdesign. Die besonderen Merkmale der Stäubli TS2-SCARAs sind ihr kompaktes, geschlossenes Design mit innenliegenden Medienund Versorgungsleitungen, kein außenliegendes Kabelpaket, somit keine Störkonturen, keine Fehlerquellen und keine unnötigen Partikelemissionen. Ein komplett abgedichtetes Gehäuse, die Pinole oben optional mit einem Deckel geschützt und mit Spezialschrauben verschraubt, die Anschlüsse auf Wunsch unter dem Roboterfuß verborgen. Die Standardroboter für alle Handlingsaufgaben lassen sich mit einfachen Modifikationen für sensitive Umgebungen unter strengsten Hygiene- oder Reinraumanforderungen von Photovoltaik über Pharma bis hin zu Food qualifizieren. Dafür sind alle TS2-Modelle ohne Leistungsverlust mit lebensmittelverträglichem H1-Öl erhältlich. Die Baureihe ist für Reichweiten von 400 bis 1 000 Millimetern erhältlich. www.staubli.com INDUSTRIELLE CYBERSICHERHEIT STÄRKEN Moxa hat eine neue industrielle Cybersicherheitslösung bestehend aus dem EtherCatch IEC-G102- BP Serie IPS, der EtherFire IEF-G9010 Serie Firewall der nächsten Generation und der Sicherheitsverwaltungssoftware Security Dashboard Console vorgestellt. Diese Lösung soll die Netzwerkverteidigung für betriebskritische Fertigungs- und Infrastrukturbereiche absichern und es ermöglichen, schnell und sicher zur neuen Normalität zurückzukehren. „Unsere industrielle Cybersicherheitslösung umfasst kritische IT-Cybersicherheitstechnologien wie ein Intrusion Prevention System (IPS), eine Schlüsselkomponente für Defense-in-Depth-Strategien, die speziell darauf zugeschnitten ist, OT-Netzwerke vor Cyber-Bedrohungen zu schützen, ohne den industriellen Betrieb zu stören“, sagt Minghao Cheng, Produktmanager der Industrial Network Security Unit von Moxa. www.moxa.com VOLLAUTOMATISCHE QUALITÄTSKONTROLLE KOMPLEXER GITTERROHRRAHMEN Die Walter Automobiltechnik GmbH (WAT) hat den Entwicklungs- und Serienauftrag für den Motorträger des neuen BMW Mini Cooper SE erhalten. Mit dem robotergeführten optischen Scanner MetraSCAN-R von Creaform werden vollautomatisch komplexe Gitterrohrrahmen dieses Fahrzeugtyps mit vielen Anbindungspunkten für die Peripherie vermessen. 90 % der Merkmale sind nicht nacharbeitsfähig und würden unmittelbar einen Bandstillstand verursachen, sollten sie nicht nach Spezifikation sein. Tommy Laukdrej, Leiter Qualitätssicherung bei WAT erklärt: „Wir haben zwei automatisierte Messzellen mit Handling-Robotern von Panasonic und dem Creaform-System bestehend aus MetraSCAN-R Scanner, optischem Kamerasystem C-Track und der Scansoftware VXelements im Einsatz. Als Messauswerte-Software nutzen wir PolyWorks von Duwe3d. Wir sind mit dieser Messlösung sehr zufrieden.“ www.creaform3d.com REMOTE ENGINEERING IN DER ZERSPANUNG Im Technology Center in Tübingen entwickeln und optimieren Walter Spezialisten gemeinsam mit Kunden einzelne Bearbeitungsprozesse oder komplette Zerspanungsstrategien für neue Bauteile oder Werkstoffe. Um Kunden virtuell in die Prozessentwicklung einzubinden (Remote Engineering), hat Walter Zerspanungsmaschinen mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet und überträgt Bild, Ton sowie alle Bearbeitungsparameter per Livestream an den jeweiligen Kunden. „Die Nachfrage nach Remote Engineering ist aktuell besonders hoch. Wir schalten die Verantwortlichen auf Kundenseite und alle erforderlichen Walter Technologieexperten virtuell zusammen und können so Prozesse direkt an der Zerspanungsmaschine gemeinsam beurteilen, Ergebnisse diskutieren und Fragen beantworten. So können wir auch weiterhin komplexe Bauteilauslegungen für und mit unseren Kunden umsetzen“, sagt Dr. Vikki Franke, Leiterin des Walter Technology Centers. www.walter-tools.de www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2021/01-02 35

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