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Der Betriebsleiter 7-8/2020

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Der Betriebsleiter 7-8/2020

FERTIGUNGSTECHNIK So

FERTIGUNGSTECHNIK So rollt die Produktion Mathematisch optimierter Auftragsbestand bei MAN Truck & Bus Die hohe Nachfrage bei Nutzfahrzeugen in den vergangenen Jahren nahm die MAN Truck & Bus AG zum Anlass, ihren Auftragseinplanungsprozess und die Auftragsoptimierung auf den Prüfstand zu stellen. Das Ziel: konkurrenzfähig bleiben, der hohen Nachfrage standhalten und den Auftragsbestand nochmals verbessern. Das bisherige heuristische System von MAN zur Einplanung von Einzel- und Großaufträgen hatte fachlich und technisch vor einiger Zeit seine Grenzen erreicht. Es sollte durch eine zukunftssichere Lösung ersetzt werden, die den spezifischen Anforderungen der Nutzfahrzeugbranche gerecht wird. MAN wollte eine hohe Variantenvielfalt bei gleichzeitig kurzer Reaktionsund Lieferzeit gewährleisten und auch die Kundenzufriedenheit durch Erhöhung der Liefertreue noch steigern. Dafür überprüfte der Hersteller mit Hilfe der X-Integrate Software & Consulting GmbH aus Köln zunächst seine Auftragsplanung und die Optimierung des Auftragsbestands. Auf Basis eines eigenentwickelten Lösungsbausteins zur Produktionsoptimie- Autor: Frank Zscheile, IT-Journalist, München rung setzte der IBM-Premium-Partner die MAN-individuellen Anforderungen in einer neuen Lösung um. Diese basiert auf linearer Optimierung, ist modular aufgebaut und kann ein bestehendes Produktionsnetzwerk vollständig und mehrstufig abbilden. Einzelne Aufträge werden mit Hilfe der Software priorisiert berücksichtigt. Durch eine grafische Oberfläche, das Produktionscockpit, lassen sich Planungsszenarien und Simulationen intuitiv durchführen. Grundlage für die Umsetzung der Lösung ist das IBM Decision Optimization Center (DOC), das Komponenten für die Anbindung an weitere IT-Systeme sowie eine grafische Oberfläche für die Fachbereiche mitbringt. Kapazitäten optimal ausnutzen Mit dem neuen System sind vielfältige Kombinationen von Aufträgen möglich, um die vorhandenen Kapazitäten besser auszulasten. So kann MAN seinen Auftragsbestand je nach Kapazitäten und Auftragslage gleichmäßig verteilen. Den einzelnen Werksstandorten werden dazu ihre individuellen Parameter zugeordnet. So lässt sich direkt erkennen, wo welche Baureihe produziert werden kann. Verfügbare Kapazitäten, Restriktionen, individuelle Zeitschienen und die mit Produktion und Transport verbundenen Kosten werden dabei berücksichtigt. Das System vergleicht automatisch Millionen von Möglichkeiten, die sich durch die zuvor definierten fachlichen Bedingungen ergeben. Anhand der frei wählbaren Gewichtungsfaktoren entsteht schließlich ein Auftragsbestand, der die Kapazitäten und Unternehmensziele entsprechend der Unternehmensstrategie optimal ausnutzt. Anhand des mehrstufigen Netzwerks in der Supply Chain werden bei der Einplanung der Aufträge nicht nur die am Standort benötigten Kapazitäten betrachtet, sondern ebenfalls die vorgelagerten Zulieferer berücksichtigt – beispielsweise im Falle von benötigten Aggregaten und Baugruppen. Die Ergebnisse werden per Dashboards und Diagrammen im Produktionscockpit dargestellt. Der Auftragsbestand je Band, KPIs oder Metriken können dort detailliert analysiert werden. Die Montagesteuerung erhält jetzt konkrete Tagesscheiben, welche kritischen Kapazitäten bereits gleichmäßig ausgelastet sind und so die Produktion harmonisieren. Die aktuelle Auftragslage ist nun übersichtlicher und der aktuelle Status auf einen Blick erkennbar. Der Auftragsbestand wird darüber hinaus auf besondere Faktoren hin geglättet, sodass eine möglichst gleichmäßige Auslastung der Fertigungsbänder gegeben ist. Eine individuell steuerbare Werksverlagerung kann zusätzlich automatisiert den bestmöglichen Produktionsstandort auswählen. „Das auf Basis des DOC entstandene Produkt befähigt den Auftragsabwicklungsprozess der MTB für die Herausforderungen der Zukunft“, konstatiert Axel Ebert, Teamleiter Auftragsabwicklung Lkw Schwere Reihe CBU bei MAN Truck & Bus. Bild: MAN Truck & Bus AG www.x-integrate.com Intelligente Produktionsoptimierung Eine intelligente und einfach verwendbare Lösung zur Produktionsoptimierung muss heute eine Vielzahl an Fragestellungen für das operative Geschäft und die langfristige Planung beantworten. Dabei gilt es, neben den eigentlichen Produktionsstandorten insbesondere auch die Zulieferstrukturen, die Themen der Intralogistik sowie die Logistik und Planung der Transporte zum Endkunden zu berücksichtigen. Für diese komplexen Anforderungen hat X-Integrate XPO entwickelt. Das „Out of the box“-Asset ist sofort einsatzbereit und passt sich individuellen Anforderungen flexibel an. 18 Der Betriebsleiter 07-08/2020 www.derbetriebsleiter.de

FERTIGUNGSTECHNIK Schneller, präziser und dicker schneiden mit Wasserstrahl In vielen Branchen entwickelt die Materialforschung regelmäßig neue Werkstoffe, für die geeignete Bearbeitungsverfahren gefunden werden müssen. Dabei reicht die Bandbreite von neuen Keramik- und Glasarten über leistungsfähige Metalllegierungen bis hin zu modernen Composite- Werkstoffen und Kunststoffen. Bei einer Vielzahl dieser Materialien ist das Schneiden mittels Wasser-Abrasiv- Suspension(WAS)- Schneidstrahl ein technisch überlegenes und wirtschaftlich lohnendes Bearbeitungsverfahren. Beim Schneiden mit WAS entsteht keine Hitze. Dementsprechend bleiben die Materialeigenschaften des Werkstoffs nach der Bearbeitung erhalten. Ebenso wenig kommt es beim Schneiden mit WAS-Strahl zu Aufhärtungen, Spannungen oder Materialverformungen. Auch Composite-Werkstoffe können problemlos bearbeitet werden. Probleme wie Ausfransungen an den Schnittkanten oder Delamination können durch die Feinjustierung des Schneidstrahls und die Anpassung des Wasserdrucks einfach vermieden werden. Ähnlich leistungsstark zeigt sich das WAS-Verfahren auch bei der Materialdicke. Dank luftfreiem Wasserstrahl sind große Schnitttiefen möglich. So sind Dicken bis zu 1 000 mm möglich und das bei einer sehr guten Oberflächenstruktur. Selbst bei enormen Materialstärken arbeitet das Schneidsystem lediglich mit einem Druck von maximal 1 500 bar, was u. a. einen geringeren Verschleiß und Energieverbrauch bedingt. www.ant-ag.com Leichte Sicherheitssandale für den Sommer Zum Sommer hat Sicherheitsschuhhersteller Baak seine Schuhserie „Baak Ultralight“ um die Sandale „Captain Jens“ erweitert. Das Modell der Sicherheitsschuhklasse S1P ist unter anderem für die Auto-, Elektro-, Druck- oder Verpackungsindustrie, die Energie- und Versorgungsindustrie sowie den Logistikbereich und den Flugzeugbau geeignet. Es ist mit dem knie- und rückenfreundlichen „Baak go&relax System“ ausgestattet. Charakteristisch dafür sind eine einseitig verlängerte, fußgerechte Zehenschutzkappe und eine Laufsohle mit Flexzone und H-Kopplungselement. Dadurch kann sich der Fuß im Schuh natürlicher bewegen, die Belastung wird optimal verteilt und der gesamte Bewegungsapparat entlastet. Die Wirkung von go&relax wurde wissenschaftlich als knie- und rückenfreundlich evaluiert, Arthrosen kann vorgebeugt werden. Der Hersteller meldete das System zum Patent an. „Captain Jens“ kann nicht zuletzt dank dieses Systems eine sinnvolle Ergänzung zur betrieblichen Gesundheitsförderung darstellen. Die neue Sicherheitssandale trägt zudem mit ihrem geringen Gewicht - bei Größe 42 nur 460 Gramm – zu einem geringeren Energieverbrauch und einem entspannten Gang des Schuhträgers bei. Das lässt die Füße über den Arbeitstag weniger schnell ermüden. So können sich Beschäftigte leichter konzentrieren, und das Risiko von Unfällen durch Unachtsamkeit sinkt. Der Clou beim Captain- Trio ist das Boa Fit System. Damit lässt sich die Sandale bei optimaler Justierung der Passform öffnen und schließen – ganz einfach und mit nur einer Hand an dem bekannten Boa-Rädchen. www.baak.de Kopierfräser-Portfolio erweitert Beim Bearbeiten von Bauteilen aus schwer zerspanbaren Werkstoffen sind Rundplattenfräser oftmals die erste Wahl. Bisher kommen hier vorwiegend einseitige Wendeschneidplatten zum Einsatz. Mit der Wendeschneidplattengröße RNMX1005M0 für kleinere Schnitttiefen bringt Walter eine Erweiterung des Kopierfräsers M2471 auf den Markt, die über eine doppelseitige Rundplatte mit acht nutzbaren Schneidkanten verfügt. Das System für Fräser ab Ø 25 mm mit ScrewFit, Zylinderschaft oder Bohrungsaufnahme eignet sich zur Bearbeitung von Stahl, nichtrostenden Stählen sowie schwer zerspanbaren Werkstoffen. Der Kopierfräser M2471 überträgt die Vorteile von einseitigen Rundplatten auf beidseitige, insbesondere was deren positives Schnittverhalten angeht. Damit dies nicht zu Lasten der Prozesssicherheit geht, sind Platte und Körper so gestaltet, dass die volle Stabilität beim sicheren Einsatz aller acht Schneidkanten gewährleistet bleibt. Die technischen Merkmale sowie die acht nutzbaren Schneidkanten senken die Schneidstoffkosten um bis zu 20 %. Walter bietet die neue Wendeschneidplatte in den Geometrien G57 – die Universelle sowie K67 – die Leichtschneidende, für mittlere bzw. gute Einsatzbedingungen an und ebenso in den Tiger·tec Silver PVD-Sorten WSM35S und WSP45S. www.walter-tools.de Schwingungsgedämpfte Verlängerungen für Aufsteckfräser Das bewährte modulare Ingersoll-Aufnahmesystem Innofit wird durch die neu vorgestellten I-Absorber schwingungsgedämpften Verlängerungen für Aufsteckfräser in der Länge 200 mm erweitert. Sie sind vor allem dann einzusetzen, wenn extrem lange Auskraglängen bei radialer Belastung (Fräsen) realisiert werden müssen. Bei Auskraglängen über 4xD sollen die neuen schwingungsgedämpften Verlängerungen enorme Vorteile durch höhere Standzeiten, gesteigerte Produktivität (größere Schnitttiefen und Vorschübe) und bessere Oberflächen bieten. Die I-Absorber Verlängerungen können modular mit allen standardisierten Grundaufnahmen kombiniert werden. Angeboten werden gedämpfte Verlängerungen der modularen Z5 Abmessung (Außendurchmesser 78 mm) mit Zentrierdurchmessern von 27, 32 und 40 mm. Die Größe Z4 mit Außendurchmesser 61 mm folgt in Kürze. Die neuen I-Absorber Verlängerungen von Ingersoll bieten eine deutlich bessere Dämpfung bei Fräsbearbeitungen mit ungünstigem Längen-Durchmesser-Verhältnis als Standardverlängerungen. www.ingersoll-imc.de www.derbetriebsleiter.de Der Betriebsleiter 07-08/2020 19

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