Aufrufe
vor 6 Monaten

Der Betriebsleiter 11-12/2020

  • Text
  • Industrie
  • Zeit
  • Anlagen
  • Produktion
  • Software
  • Unternehmen
  • Einsatz
  • Anwender
  • Betriebsleiter
  • Druckluft
Der Betriebsleiter 11-12/2020

BETRIEBSTECHNIK Anwender

BETRIEBSTECHNIK Anwender trägt die Weste direkt am Körper. Sie sorgt durch eine gelenkte Luftführung im Schulter- und Rückenbereich für eine reduzierte Luftfeuchtigkeit im Inneren des Anzugs. Durch die permanent gespülte Luft verringert sich diese von ca. 90 % ohne Kühlung auf ca. 40 bis 50 % mit Ventilationsweste. Die Atemluft wird dabei über ein Druckluftschlauchgerät zugeführt. Das Gesamtgewicht liegt bei unter drei Kilogramm. Dies entlastet den Anwender zusätzlich. Weniger schwitzen, mehr schaffen Für Jens Engelhardt klang die vorgeschlagene Lösung vielversprechend. Er forderte einige Exemplare an, um sie vor Ort einem ersten Test zu unterziehen. Nachdem die Anwender sich sehr positiv über den Komfort und das Klima im Inneren des Anzugs äußerten, dachten die Beteiligten über eine Ausweitung der Tests nach. Neben den positiven Äußerungen der Anwender betrachteten die Verantwortlichen weitere Aspekte. Jens Engelhardt erinnert sich: „Um den ventilierten Schutzanzug wirtschaftlich einsetzen zu können, waren ein Tragetest und die Neubewertung der Gefährdungsbeurteilung vor allem in Bezug auf die Tragezeit notwendig.“ Auf Herz und Nieren geprüft Ausgehend von der bis dahin gültigen Gefährdungsbeurteilung führten die Verantwortlichen schließlich eine tätigkeitsbezogene Risikoanalyse und gründliche interne Tests durch. 30 % der potenziellen Anwender nahmen daran teil. Den gesamten Prozess begleitete der für den Standort zuständige Arbeitsmediziner. Er dokumentierte und analysierte die Testergebnisse unter medizinischen Gesichtspunkten. Die Befragung der Probanden bestätigte den ersten Eindruck der Vorabtests. Es ergab sich eine hohe Zustimmung bezüglich 04 Die Ventilationsweste versorgt den Anwender mit Atemluft und einem angenehm kühlenden Luftstrom der Luftzirkulation. 80 % der Tester empfanden diese als ›angenehm‹ und ›ausreichend‹. Auch das Klima im Inneren des Anzugs empfand ein Großteil der Probanden als ›ansprechend‹. Diese Erkenntnisse deckten sich auch mit internen Tests, die Dräger durchführte. Die Kombination aus Ventilationsweste und CSA hält das Körperklima des Anzugträgers stabil und reduziert die Schweißbildung erheblich. Es folgte eine detaillierte Auswertung der Testphase. Jens Engelhardt fasst zusammen: „Der Kern der Gefährdungsbeurteilung war die Tragezeitbegrenzung. Wegen des positiven Feedbacks der Probanden und des nicht vorhandenen Atemwiderstands konnte der Arbeitsmediziner von einer Ausweitung überzeugt werden.“ Bettina Stammler, SHE Managerin und Sicherheitsfachkraft am Standort Dossenheim, ergänzt: „Ein weiteres Argument war die künftige Aufteilung der Arbeiten in schwere und leichtere Tätigkeiten sowie in Überwachungsaufgaben.“ Die Verantwortlichen einigten sich schließlich auf die Erweiterung der Tragezeit von 60 auf 120 Minuten bei schweren Tätigkeiten und von 60 auf 240 Minuten bei Überwachungsaufgaben. Mittlerweile wird die Kombination aus Überdruck-Schutzanzug und Ventilationsweste regelmäßig bei Evonik verwendet. Die Lösung hat sich bei den Anwendern etabliert. Positive wirtschaftliche Effekte Für Evonik stand das Wohlergehen der Mitarbeiter bei der Einführung der neuen Systemlösung im Vordergrund. Doch auch die wirtschaftlichen Resultate halfen bei der Etablierung. „Unsere Einsatzzeiten konnten durch die neue Lösung optimiert wer- 05 Maßgeblich an der Suche nach einer neuen Lösung beteiligt: Jens Engelhardt, Personalverantwortlicher für die Schichtmitarbeiter am Evonik-Standort Dossenheim den. Es fallen jetzt weniger Aus- und Anziehphasen inklusive anschließender Ruhepausen an“, so Jens Engelhardt. Dieser Umstand wirkt sich auf die Schichtstärke aus. Mitarbeiter können jetzt effizienter eingesetzt werden. Der Anzugverbrauch reduzierte sich mit dem System ebenfalls. Ein weiterer Vorteil: der fehlende Atemwiderstand in Kombination mit dem geringen Gesamtgewicht von unter 3 kg. Die G26-Untersuchung ist hier nicht mehr zwingend vorgeschrieben, da die Kombination in die Gruppe 1 fällt. Bilder: Draeger www.draeger.com Neuer Schutzanzug mit innovativem Material Voraussichtlich Anfang 2021 bringt Dräger eine neue Generation der Systemlösung aus Schutzanzug und Ventilationsweste auf den Markt. Mit einem neuen Anzugmaterial aus CLF und CPM ist der SPC 4700 weich, geräuscharm und hat eine hohe chemische Beständigkeit. Auch die Ventilationsweste wurde weiter verbessert: Der Geräuschpegel reduziert sich nun auf unter 70 db(A). Zudem kann die Weste einfach maschinell gereinigt werden.

BETRIEBSTECHNIK Maschinelle Scheuer-Wischdesinfektion nach RKI-Vorgaben Mit der neuen Desinfektions- Wischdüse V-Eraser gelingt es dem Stuttgarter Reinigungsmaschinenhersteller columbus, die strengen Desinfektionsvorgaben des Robert- Koch-Instituts (RKI) beim großflächigen, maschinellen Reinigungseinsatz zu erfüllen. Der V-Eraser kombiniert Reinigung und Desinfektion in einem Arbeitsschritt, lässt sich ins bestehende System integrieren und erfordert nur minimalen Umrüstungsaufwand und keine zeitintensive Einweisung. Die Funktionsweise wird auf der Internetseite des Herstellers im Video sehr gut veranschaulicht. Der V-Eraser ersetzt mit wenigen Handgriffen die Saugdüse und ist mit allen columbus Reinigungsautomaten kompatibel. Er ist aus Edelstahl und lässt sich hygienisch aufbereiten. Hinzu kommt, dass er bei voller Maschinengeschwindigkeit funktioniert und somit maximale Produktivität gewährleistet. Die innovative Mikrofaserwischleiste sorgt dafür, dass die richtige Menge des Desinfektionswirkstoffs aufgebracht wird und als Feuchtigkeitsfilm über einige Minuten auf die zu desinfizierende Fläche einwirken kann. Die Mikrofaserwischleiste ist leicht austauschbar und bis 95 ° waschbar. Unabhängige Laboruntersuchungen haben die Wirksamkeit der Flächendesinfektion mit dem V-Eraser bestätigt. www.columbus-clean.com Schützen und markieren in Zeiten von Corona Ausgelöst durch die Covid-19-Pandemie ist der Bedarf an Schutzund Markierprodukten hoch. Löw Ergo, spezialisiert auf ergonomische Betriebsausstattungen, hat sein umfangreiches Programm um ein Sortiment effektiver Lösungen erweitert, die sofort bestellt werden können. Angeboten werden Spuckschutz-Wände in verschiedenen Größen und Ausführungen als durchgehende Komplettabschirmungen mit und ohne Seitenflügel oder auch mit Durchreiche. Sie sind als werkzeugloses Stecksystem mit Standfüßen ausgeführt und einfach zu installieren. Das 5 mm starke Acrylglas kann einfach gereinigt und desinfiziert werden. Eine Folierung der Schutzscheibe oder die Aufbringung von Warnhinweisen sowie Piktogrammen ist möglich. Auf den richtigen Abstand hinweisen, lässt sich mit Schmutzfangmatten mit spezifischen Covid-19-Hinweisen. Die individuell auf den aktuellen Bedarf abgestimmten Hinweismatten können in infektionsrelevanten Bereichen schnell und wirksam eingesetzt werden. Viele Betriebsbereiche gilt es derzeit, mit Corona-spezifischen Markierungen zu kennzeichnen. Hierfür werden selbstklebende Bodenmarkierungsbänder angeboten. Sie lassen sich schnell und einfach verlegen und bei Bedarf rasch wieder entfernen. www.loew-ergo.com Jetzt gratis E–Book downloaden! HÄRTER. STÄRKER. KÄRCHER. Kompetenz in allen Bereichen der Industrie: Von der Metallverarbeitung über die Automobil- und Pharma industrie bis hin zum Maschinenbau ist Kärcher die erste Wahl im Bereich Industriesaugen. Weitere Infos in unserem E–Book, jetzt kostenlos downloaden unter: www.kaercher.de/industriesaugen

© 2021 by Vereinigte Fachverlage GmbH. Alle Rechte vorbehalten.