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Der Betriebsleiter 11-12/2020

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Der Betriebsleiter 11-12/2020

BETRIEBSTECHNIK

BETRIEBSTECHNIK Erhöhter Wohlfühlfaktor Systemlösung aus Schutzanzug und Ventilationsweste verlängert die Tragezeit Das Wohlbefinden der Mitarbeiter erhöhen und gleichzeitig den Produktionsprozess verbessern? Evonik verwirklicht am Standort Dossenheim beide Ziele: In der Fertigung kommt eine Kombination aus Chemikalienschutzanzug und Ventilationsweste von Dräger zum Einsatz, die eine Ausweitung der Tragezeit auf bis zu 240 Minuten ermöglicht. Kurz vor Schichtende füllt Thomas Straub noch einmal die sechs Trocknungsbleche. Mit Hilfe einer Schaufel befördert der Werker einen pulverförmigen Rohstoff darauf, der für die Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen benötigt wird. Anschließend belegt er einen Hordentrockner mit den je 20 kg schweren Blechen aus Edelstahl. Die Tätigkeit an sich ist bereits fordernd. Das Tragen eines Chemikalienschutzanzugs (CSA) und eines entsprechenden Atemschutzes, die beim Umgang mit diesen toxischen Substanzen erforderlich sind, erschweren die Arbeiten in der Trocknerei am Evonik-Standort Dossenheim zusätzlich. In der Produktionsanlage müssen sich die Facharbeiter ebenfalls vor dem Kontakt und dem Einatmen toxischer Substanzen und Stäube schützen. Dort transferieren sie ein pulverförmiges Edukt mit dem Vakuumförderer in einen Reaktor. Zwar ist die körperliche Anstrengung an diesem Einsatzort geringer, aber das vorschriftsgemäße Tragen eines Körper- und Atemschutzes führt auch hier zu einer zusätzlichen körperlichen Belastung. Stärkere Beanspruchung des Körpers Welche Faktoren sind dafür verantwortlich? Schwer ins Gewicht fällt die Ausrüstung. Sie kann mit Schutzanzug, Sicherheitsschuhen, Handschuhen und Atemschutz je nach Schutzstufe schnell 20 kg überschreiten. Die anstrengenden Tätigkeiten beschleunigen Energieumsatz und Stoffwechsel. Der Körper produziert dabei viel Wärme. Ein weiterer wichtiger Faktor: Der Anwender beginnt durch die isolierende Wirkung des Chemikalienschutzanzugs zu schwitzen, die Luftfeuchtigkeit erhöht sich. Dadurch entsteht im Anzug ein feucht-warmes Klima. Bereits nach kurzer Zeit steigt die 01+02 Der Spritzschutzanzug Dräger SPC 3700 in Kombination mit der Ventilationsweste CVA 0700 im Praxiseinsatz 24 Der Betriebsleiter 11-12/2020 www.derbetriebsleiter.de

BETRIEBSTECHNIK Temperatur im Inneren. Die entstehende Wärme kann nicht mehr durch Konvektion und Strahlung nach außen abgegeben werden. Die körpereigene Kühlfunktion wird eingeschränkt, da durch die steigende Luftfeuchtigkeit im Anzug der Schweiß auf der Haut nicht verdunsten kann. Zeitlich limitierte Nutzung Die Benutzung von Atemschutzgeräten bedeutet im Allgemeinen eine zusätzliche Belastung des Geräteträgers. Um eine Überbeanspruchung zu vermeiden, gibt die DGUV- R-112 190 Empfehlungen zur richtigen PSA- Auswahl und der damit verbundenen Tragezeitempfehlung. Am Evonik-Standort Dossenheim betrug die Begrenzung der Tragezeit für die Tätigkeiten in Produktion und Trocknerei laut Gefährdungsbeurteilung, die auf der DGUV-R-112 190 basiert, 60 Minuten. Nach Erreichen der maximalen Einsatzzeit musste der Träger eine Pause einlegen. Damit verbunden war das Ab- und Anlegen des konventionellen Schutzanzugsystems, was zusätzliche Zeit in Anspruch nahm. Die DGUV-Regel definiert neben der Tragezeit auch die maximale Zahl der Einsätze pro Arbeitsschicht und die maximale Zahl der Arbeitsschichten pro Woche. Deshalb ist es notwendig, immer genügend Personal je Schicht und Woche einzuplanen. Damit einher geht auch ein erhöhter logistischer Aufwand für den Anzugwechsel/-austausch. Die CSA müssen nach jeder Benutzung gesondert entsorgt werden. Arbeitsbedingungen optimieren Jens Engelhardt, Personalverantwortlicher für die Schichtmitarbeiter am Evonik-Stand- 03 Die Benutzung von Atemschutzgeräten bedeutet im Allgemeinen eine zusätzliche Belastung des Geräteträgers; die Ventilationsweste sorgt hier für mehr Komfort ort Dossenheim, kennt die Probleme, die beim Tragen auftreten können: „Bei einer regelmäßigen Befragung der Anwender wurde angeregt, bestimmte Tätigkeiten wie etwa die Arbeiten im CSA bei sommerlichen Temperaturen angenehmer zu gestalten. Daraufhin probierten wir mehrere Optionen aus, wie zum Beispiel Air-Stream-Helme, die jedoch im Nackenbereich Zugluft verursachten und den restlichen Körper nicht ausreichend mit temperierter Luft versorgten.“ Viele der getesteten Optionen wurden schnell wieder verworfen, weil die Mitarbeiter sie nicht annahmen und nicht bei ihrer Arbeit einsetzten. Von der Problematik erfuhr auch der lokale Ansprechpartner von Dräger. Seit langem arbeitet Evonik in vielen Bereichen der Arbeitssicherheit mit dem Lübecker Unternehmen zusammen. Er schlug vor, eine Systemlösung zu testen. Diese kombiniert den spritzschutzdichten Chemikalienschutzanzug Dräger SPC 3700 mit der Ventilationsweste CVA 0700. Der SPC 3700 ist ein flüssigkeitsdichter Schutzanzug des Typs 3. Er hält zuverlässig gefährliche Chemikalien fern. Die Ventilationsweste CVA 0700 versorgt den Anwender mit Atemluft und einem angenehm kühlenden Luftstrom. Das Besondere: Der DIE WELTWEIT SCHNELLSTEN TEMPERATURKALIBRATOREN. Natürlich von SIKA. TP Premium Familie – Kalibrieren im Temperaturbereich von -55…700 °C. Highlights: • bis zu 4 Geräte in einem - Trockenblock-, Flüssigkeitsbad-, Infrarot- und Oberflächenkalibrierung • kürzeste Kalibrierzeit – durch Hybrid-Technologie und revolutionäre Zustandsreglung • höchste Qualität - „Made in Germany“ seit 40 Jahren als einziger deutscher Hersteller • effiziente Bedienung - einfache Kalibrierdatenverwaltung Weitere Informationen finden Sie unter www.sika.net www.derbetriebsleiter.de Der Betriebsleiter 11-12/2020 25

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