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Der Betriebsleiter 11-12/2020

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Der Betriebsleiter 11-12/2020

FERTIGUNGSTECHNIK Mehr

FERTIGUNGSTECHNIK Mehr Transparenz macht produktiver MES verknüpft Maschinen- und Auftragsdaten Wenn die Produktivzeit einer Maschine zwar im Rahmen liegt, ihre Produktionsmenge jedoch hinter den Erwartungen zurückbleibt, ist guter Rat nicht teuer, sondern der Einsatz eines Manufacturing-Execution- Systems (MES) erforderlich, um die Gründe für dieses Missverhältnis zu identifizieren. Die Hans Berg GmbH & Co. KG stand vor dieser Heraus- forderung und profitiert nun von der erhöhten Transparenz in der Fertigung. Autorin: Dr. Christine Lötters, SC Lötters, Bonn ren und Konvektoren. Die Unternehmensgruppe verfügt über einen vollautomatisierten Maschinenpark mit hydraulischen und mechanischen Pressen, CNC-gesteuerten Bearbeitungsmaschinen und komplexen, bauteilspezifischen Sondermaschinen, die zum Teil selbst konzipiert werden. Eine wichtige Kundenbranche ist auch die Automobilindustrie, der Berg Präzisions- und Sicherheitskomponenten für Fahrwerke und Airbags zuliefert. In der Produktion dieser Komponenten setzt das Unternehmen das Manufacturing-Execution- System bisoft MES von gbo datacomp ein, um die Produktivität zu erhöhen, denn immer wieder stellte Berg fest, dass es eine Differenz zwischen Taktzeit und der produzierten Stückzahl pro Stunde gab. „So lag zum Beispiel die Produktivzeit bei 90 Prozent, der Output an gefertigten Teilen aber nur bei 75 Prozent“, erklärt Dr. Matthias Prier, technischer Leiter bei Berg. Der Grund dafür: Der Werker setzte seine Maschine erst nach zehn Minuten Stillstand auf Störung. Maschinenstopps, die weniger als zehn Minuten dauerten, wurden nicht erfasst. Darüber hinaus konnte Berg die Störung nicht näher definieren, um sie zukünftig vermeiden zu können. Deshalb suchte das Unternehmen nach einer Maschinendatenerfassung, die Unterbrechungen in der Fertigung automatisch erkennt. „An bisoft MES gefiel uns der modulare Aufbau, durch den man die Bausteine aus- Hans Berg produziert Tiefziehteile und metallische Rohrkomponenten für unterschiedliche Industriebranchen. Das international tätige Unternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Reichshof ist spezialisiert auf Kaltumformung, Schweiß-, Gewinde- und Zerspanungstechnik und gilt als Markt- und Technologieführer in der Anschlusstechnik von Heizkörpern, Radiatowählen kann, die man auswerten möchte“, sagt Prier. „Letztendlich hat uns auch das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt.“ Datentransparenz mit SPS von Siemens Prier und sein Team wollten ein Baumsystem mit zwei Ebenen: Auf der Hauptebene befinden sich die Bestandteile einer Fertigungslinie wie etwa Bohren und auf der Ebene unter der jeweiligen Fertigungskomponente eine weitere Aufschlüsselung des Fehlers. „Die Umsetzung dieses Systems mit bisoft MES verlief äußerst schnell und problemlos“, erinnert sich Prier. „Das lag auch an der exzellenten Zusammenarbeit mit den Experten von gbo datacomp.“ Zunächst wurde eine Pilotinstallation an einer verketteten Anlage zur Fertigung von Ventilgarnituren und Schweißbaugruppen aus umgeformten Rohr- und Blechteilen per OPC-Kopplung aufgesetzt. Dadurch wurde zwar eine optimale Datentransparenz erreicht, doch in der Praxis stellte sich wie so oft die Frage, ob man eine derart hohe Datenvielfalt überhaupt benötigt. Berg entschied sich für eine einfachere, mit eigenen Mitarbeitern umsetzbare Variante, bei der die Maschinen und Anlagen auf Basis potenzialfreier Kontakte über Siemens-Logo-SPS-Bausteine angebunden 18 Der Betriebsleiter 11-12/2020 www.derbetriebsleiter.de

FERTIGUNGSTECHNIK sind. Mit diesem Rollout lässt sich ohne viel Aufhebens die Unterscheidung „in Produktion“ oder „Stillstand“ erreichen. Außerdem ist diese Mini-SPS leicht zu konfigurieren. Verknüpfungen und Abhängigkeiten der Signale können oft ohne die Mithilfe von gbo datacomp vorgenommen werden, sodass Berg das System selbst in die Hand nehmen und eigenständig supporten kann. 80 Prozent an Fehlerquellen abgedeckt Um einen Auftrag zu starten, werden die Stammdaten aus dem ERP Infor.com in bisoft MES geladen, das automatisch die dazugehörige Fehlermaske auswählt. Sobald in Infor.com eine Schicht auf aktiv geschaltet und produziert wird, ist das MES online. Wird die vorgegebene Taktzeit um 20 Prozent überschritten und erkennt der Zähler kein gefertigtes Bauteil, setzt das MES die Maschine auf „unbestimmte Unterbrechung“. Da Berg insbesondere eine einfache Handhabung für den Werker wichtig war, benötigt dieser nur noch maximal zwei Klicks, um über ein Erfassungsterminal mit Touchscreen den Grund für den Stillstand einzugeben. Anschließend läuft die Maschine wieder an. Auf diese Weise deckt Berg 80 Prozent der Fehlerquellen ab. Der Werker muss nur noch in Ausnahmefällen den Fehler in ein Bemerkungsfeld schreiben. Des Weiteren hat Berg die Werkshallen mit Monitoren ausgestattet, die einen Überblick über aktuelle Daten wie Anlagenstatus, Aufträge, Mengen, Bearbeitungs- oder Restlaufzeiten geben, sodass die Meister und Schichtführer direkt die Hauptgründe für Stillstände erkennen und die Werker ansprechen können. Diese aktuellen Übersichten sowie die bisoft-MES-Protokolle werden zur morgendlichen Shopfloor-Besprechung über Beamer bzw. Displays aufgerufen und analysiert. Darüber hinaus findet einmal im Monat eine detaillierte Auswertung statt, um die Top-3-Stillstandsgründe zu identifizieren, die dann durch die Produktion bearbeitet werden, um die Produktivität weiter zu erhöhen. Ganz nebenbei reduziert Berg den Papierbedarf und nähert sich so sukzessive einer papierlosen Fertigung an. Ausweitung des MES geplant Bei Berg gab es eine Differenz zwischen Taktzeit und der produzierten Stückzahl pro Stunde – Abhilfe schaffte die Einführung einer MES-Software Die Zuspielung der Stammdaten aus Infor.com an bisoft MES nimmt Berg noch manuell vor, wenngleich eine Verknüpfung ohne weiteres möglich ist. „Das ist sicherlich sinnvoll, wenn man sehr viele unterschiedliche Artikel produziert, was bei unseren Fahrwerk- und Airbag-Komponenten aber nicht der Fall ist“, erklärt Technikleiter Prier. Im nächsten Schritt will das Unternehmen jedenfalls bisoft MES an die Hauptproduktionsmaschinen für Bauteile in der Heiztechnik anbinden, für die Berg eine Gesucht wurde eine Maschinendatenerfassung, die Unterbrechungen in der Fertigung automatisch erkennt wesentlich höhere Artikelvielfalt mit geringeren Rüstzeiten aufweist. „Auch hier werden wir auf das Know-how der MES-Profis von gbo datacomp zurückgreifen“, sagt Prier, zumal dann die tiefere Verknüpfung zwischen ERP und MES ein Thema sein dürfte. Sicher ist aber jetzt schon, dass Berg mit bisoft MES auch in der Fertigung von Heiztechnikkomponenten die Produktivität steigern wird. Bilder: Aufmacher Adobe Stock/Tomasz Zajda; übrige Bilder Hans Berg GmbH & Co. KG www.gbo-datacomp.de Besuchen Sie uns auf YouTube! Magnetsysteme ı Magnetgummi ı Magnetfolie ı Bedruckte Magnete ı Magnethaftflächen Tel +49 9367 / 98977-0 ı Mail info@schallenkammer.de ı Web www.schallenkammer.de Ihr Ideengeber, Entwicklungspartner und Zulieferer für magnetische Lösungen.

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